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Vereinigte Arabische Emirate - Die Wüste lebt (doch)?! |
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Links: Yas Island mit Ferrari World und
dem Yas Marina Circuit aus der Vogelperspektive - Rechts: Das Layout des
Katapultcoasters Formula Rossa von Intamin |
Universal Studios, Ferrari, Warner Brothers - illustre
Namen der Freizeitparkindustrie lechtzten vor rund zehn Jahren in den
Vereinigten Arabischen Emiraten nach neuen Besucherscharen. 2005 sollte der
erste Park ans Netz gehen, doch Planungs- und seit 2008 auch
Finanzierungsschwierigkeiten haben den Traum bis heute nur teilweise
Wirklichkeit werden lassen. Zum Ende des Jahres 2010 eröffnete der erste
Mega-Themenpark: Die Ferrari World Abu Dhabi klotzt dabei mit
Rekordachterbahnen. Doch ihr Erfolg ist noch fraglich: Der sterile Themenpark
ist bislang der einzige seiner Art in der Wüstenregion und die
Besucherzahlen sind weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Trotzdem
bleiben die Wüstenparks hartnäckig: 2013 eröffnete die Yas
Waterworld mitsamt einer Fun Achterbahn und 2014 soll auch in Dubai der erste
Themenpark seine Tore öffnen.
Vor zehn Jahren war die Euphorie groß: Im Jahre 2003
wurden vollmundig die ersten Parks für das Dubailand angekündigt.
Inmitten eines 140 Quadratkilometer großen Wüstenareals, an der
Ausfallstraße zwischen den Emiraten Dubai und dem 150 Kilometer
entfernten Abu Dhabi gelegen, sollten gleich mehrere Shopping Center,
Freizeitparks, Hotelanlagen und Sportarenen Heerscharen von Besuchern anziehen.
Nahmhafte Marken wie Universal, Dreamworks, Lego oder Six Flags sollten die
Massen in die Wüste locken. Ein Sea World Adventure Park mitsamt einem
Busch Gardens Ableger war sogar auf einer künstlichen Insel mitten im Meer
vor Dubai geplant.
Die Themenparks wurden vor allem von den europäischen
Herstellern umworben, Verträge geschlossen und Anlagen konstruiert, doch
zur Auslieferung kam es selten. Die Fata Morgana in der Wüste blieb nur
ein Trugbild, die voreilig aufgepumpten Projekte wurden meist eingestampft,
verschoben oder auf einen Bruchteil ihres ursprünglich geplanten Umfangs
zusammengestrichen. |
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Links: Dubais Marina mit im Bau
befindlichen Wolkenkratzern - Rechts: Der Burj Khalifa, das mit 830 Metern
höchste Gebäude der Welt |
Heute findet der Besucher im bislang selbst infrastrukturell
kaum erschlossenen Dubailand eine FIA-lizenzierte Autorennstrecke, Ski Dubai
und ein Amphitheater. Die angekündigten Achterbahnen von Premier Rides,
Bolliger und Mabillard wie auch Intamin können bis auf eine Ausnahme
ausschliesslich auf einem staubigen Lagerplatz in Einzelteilen gesichtet
werden: Geliefert und nie aufgestellt.
Im Spätsommer 2009 ging dann ein kleinerer Park in
Betrieb: Mit der Sega Republic eröffnete in der Dubai Mall am Fuße
des Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, zwischen einem
Kinokomplex und Kinderspielplatz die Spielwiese für Videogames-Fanatiker.
Angelehnt an den Indoor Themenpark Joypolis in Tokio findet sich auf einer
umbauten Fläche von drei Fußballplätzen neben unzähligen
Virtual Reality Simulatoren und Videospielen der Spinning Coaster Spin Gear der
deutschen Firma Gerstlauer. Die kompakte und äußerst
abwechslungsreiche Achterbahn führt auf 380 Metern teilweise durch die
Dunkelheit und über die Köpfe der Besucher der Sega-Themenwelt
hinweg.
Dubailand ist der Oberbegriff eines gigantischen, über
100 Milliarden Dollar Projekts von Wohnungen, Hotels und Freizeitzonen,
eingebettet in einer kunterbunten Themenwelt. Das Gigantomanieprojekt
entspringt der Vision von Dubais Regenten und Premierminister Sheikh Mohammed
bin Rashid Al Maktoum. Der Milliardär verfolgt das ehrgeizige Ziel, den
Wüstenemirat zum Drehkreuz der Welt ausbauen. Ob Flughafen,
Gewerbestandort oder Tourismusmagnet - aus dem ehemaligen Fischerdorf sollte in
Windeseile eine Mega-Metropole werden. Die Stadt gleicht noch immer einer
riesigen Baustelle, doch viele Projekte wurden ausgesetzt oder halbfertige
Bauten ihrem Schicksal überlassen.
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Links: Gerstlauers Spinning Coaster "Spin
Gear" - Rechts: Ausschnitt aus der Sega Republic |
Im Herbst 2008 erlitten viele der Projekte einen starken
Dämpfer: Der in Dubai staatlich vorangetriebene Bauboom kannte bis dato
keine Grenzen. Mit der Finanzkrise im Herbst 2008 fielen die durch
Spekulationen in astronomische Höhen angewachsenen Immobilienpreise ins
Bodenlose. Der Bau von Wohnungen auf einer extra aufgeschütteten Insel
erschien plötzlich nicht mehr lukrativ genug. Es lasten nach
Schätzungen rund 70 Milliarden Schulden auf den Immobilienfirmen des
Landes, die erhofften Einnahmen bröckeln stetig weiter. Dem Emirat Dubai
fehlt es seitdem an Geld, die gigantischen Parks wie geplant durch
Immobilien-Abverkäufe zu finanzieren. Viele eilig hochgezogene Bauten
stehen fast komplett leer - selbst beim Aushängeschild Burj Khalifa, dem
höchsten Gebäude der Welt, war die Nachfrage kurzfristig
eingebrochen.
Die Entwickler hinter dem Dubailand, Nakheel und Tatweer,
kochen seit der Krise auf Sparflamme. Vor allem die aberwitzigen Freizeitparks
inmitten der Wüste hat es getroffen. Der Bau der Universal Studios wurde
ausgesetzt, alle Planungsingenieure verloren ihre Jobs von einem Tag auf den
anderen. Weitere milliardenschwere Projekte wurden kurzerhand eingestellt: Six
Flags, Dreamworks, Busch Gardens, Sea World und das Legoland existieren nur
noch auf dem Papier.
2012 zeigte sich ein Lichtstreif am Horizont: Der IMG Worlds
of Adventure Park, ein Indoor-Dome mit einer Diagonalen von 560 Metern, soll
2014 als Teil des City of Arabia Komplexes eröffnen. Das elf Hektar
große Parkareal wird 17 Attraktionen aufbieten, welche in vier
Themenzonen platziert werden: Der Marvel Bereich wird Attraktionen zu Figuren
wie Spider-Man oder Iron Man bieten, während im Cartoon Network zahlreiche
Comic-Charaktere aufgeboten werden. Die Fahrattraktionen kommen von nahmhaften
Herstellern wie Sally und Mack Rides. Der süddeutsche Hersteller
unterzeichnete bereits vor über fünf Jahren einen Vertrag zur
Auslieferung mehrerer Fahrgeschäfte, unter anderem einem Klon der
Blue Fire Achterbahn aus dem Europa
Park. Diese wird in der IMG Worlds of Adventure im Themenreich The Lost Valley
integriert, wobei die Mitfahrer vor einer gefräsigen Velocyraptor Herde
fliehen, um schliesslich auf einem Aussengelände das bekannte Layout der
Blue Fire Achterbahn mitsamt ihrer vier Inversionen zu absolvieren. Realisiert
wird das Projekt durch die IMG-Group aus Dubai durch Lizensierung der Marvel
Namens- und Charakterrechte, jedoch ohne Beteiligung der Walt Disney Company,
welche 2009 den Medienkonzern Marvel Entertainment übernahm. Der im Bau
befindliche Themenpark wird nur einen Bruchteil der geplanten Größe
erreichen, dafür vollkommen klimatisiert sein. 2013 sollen die Bauarbeiten
an der Halle im Südosten Dubais abgeschlossen sein, 2014 werden die
Fahrgeschäfte installiert. Die Eröffnung ist zum Jahresende 2014 zu
erwarten.
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Die Palmeninsel
Jumeirah bietet auf 560 Hektar Grundfläche neben dem Atlantis Hotel nebst
angeschlossenem Wasserpark eine eigene Monorail und hunderte neuer
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Während die Ampeln für das Dubailand auf Rot-gelb
stehen, eröffnete der "Mitbewerber" im Emirat Abu Dhabi den ersten und
bislang einzigen Themenpark der Region. Auf Yas Island, einer 25
Quadratkilometer großen Insel vor Abu Dhabi, entstand eine
fünfeinhalb Kilometer lange Formel 1 Rennstrecke mit Yachthafen, welche
den Flair Monacos in die Wüste brachte. Der erste Formel 1 Grand Prix auf
dem Yas Marina Circuit im November 2009 war ein voller Erfolg.
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Links: Der F430 Spider des Fiorano GT
Challenge von Maurer Söhne - rechts: Themenhalle mit Achterbahnen und
Freifallturm aus der Vogelperspektive |
Die Erschließung der Insel wurde durch den Themenpark
Ferrari World nebst Hotel Resorts und zwei Golfplätzen weiter
vorangetrieben. Eine Shopping Mall ist in Planung, die Yas Waterworld wurde
2013 mitsamt ihrer 33 Rutschen eröffnet. Die Ferrari World Abu Dhabi ist
ein gemeinsames Projekt zwischen dem italienischen Automobilhersteller und der
einheimischen Grundstücksfirma Aldar Properties. Die Insel wurde von der
Regierung an die 2001 gegründete Holding Aldar übergeben. Das
Unternehmen hält aktuell fünf Prozent der Anteile an Ferrari.
Das ambitionierte Projekt wirkt weitaus erwachsener als die
kunterbunten Plastik-Träume in Dubai: In einer gigantischen, knallroten
Themenhalle werden über ein Dutzend Attraktionen auf insgesamt neun Hektar
umbauter Fläche den Besuchern angeboten, darunter ein Ferrari Museum, ein
Paraglider Simulator aus dem deutschen Hause Huss, der zu einem Rundflug
über die Schönheiten Italiens einlädt, Factory Experience und
Racing Legends, zwei Themenfahrten mit Hardware von Mack Rides, eine Wasserbahn
von Hafema und ein knapp 60 Meter hoher Huss-Freifallturm mit Ausfahrt in die
Wüstensonne. Zudem ging mit Speed of Magic eine aufwendige Themenfahrt mit
beweglicher Simulatonsplattform von Oceaneering in Betrieb. Oceaneering
zeichnet sich unter anderem auch für das Fahrsystem von DarKastle im Busch
Gardens Europe oder jüngst für die
Transformers Attraktionen in
den Universal Parks verantwortlich.
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Links: Der Achterbahn Formel 1 Ferrari im
2008 Design in der Launchphase - Rechts: Präsentation Anfang Mai 2010 in
Barcelona zusammen mit Fernando Alonso, Stefano Domenicali - Team Chef der
Scuderia Ferrari - und Felipe Massa |
Betritt der Besucher das umbaute, vollklimatisierte
Indoor-Areal wird jedoch deutlich, dass das futuristische Design und Ambiente
eher einer übergroßen Shopping Mall gleicht. Fast alle Attraktionen
wurden nochmals in eigenen, von außen sehr steril wirkenden Pavillons
unter dem knallroten Ferrari-Dach platziert. Die Designer von Jack Rouse
verzichteten fast komplett auf die Interaktion der Bahnen mit dem Besuchern.
Selbst die Wildwasserbahn V12 von Hafema wurde komplett eingehaust.
Das ambitionierte Projekt trumpft zwar mit interessanten
Ansätzen auf, doch das ausufernde Budget von mehreren hundert Millionen
Euro liess einen deutlich höheren Präsentationsstandard erwarten.
Während die drei Achterbahnen mit Superlative oder interessanten
Ausstattungselementen aufwarten, vermögen die vier Darkrides bis auf die
Ausnahme Speed of Magic nur beliebig zusammengestellte Fahrten durch
minimalistische Kulissenwände zu bieten. Erwartungen an Disney- oder
Universal-Standards werden in der Ferrari World nicht bedient. Insbesondere die
Wildwasserbahn von Hafema, welche eine Fahrt durch einen Ferrari Motor
darstellen soll, enttäuscht durch karge Kulissen und einem recht
einfallslosem Layout. Dieses bietet direkt zu Beginn einen Vertikallift, die
drei etwa vier Meter hohen Abfahrten erscheinen nur noch als Beiwerk.
Gleichzeitig ist die Bahn von technischen Mängeln geplagt und war
temporär aufgrund Sicherheitsbedenken sogar stillgelegt worden.
Letztendlich soll sie in den nächsten Monaten für eine neue
Attraktion demontiert werden.
Die Highlights bilden die drei Achterbahnen unter der
Wüstensonne. Während die Stationen über gläserne Gangways
erreicht werden und der Einstieg in futuristisch anmutenden Bahnhöfen
stattfindet, spielt sich das kurzweilige Fahrtgeschehen über dem
heißen Wüstenboden statt. Die Streckenführungen wurden dabei
auf abgeschlossenen, für den Besucher nicht zugänglichen
Geländen platziert, wobei auf weitere Thematisierungen verzichtet wurde.
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Links: Die dreigliedrigen Fahrzeuge rollen
bei der Fiorano GT Challenge aus der Doppelstation direkt in die ersten
LSM-Beschleuniger - Rechts: Fiorano GT Challenge in Aktion |
Intamin lieferte mit Formula Rossa einen 2070 Meter langen
Katapultcoaster, der die zwei Züge mittels Hydraulikantrieb innerhalb von
viereinhalb Sekunden auf 240 km/h beschleunigt. Dabei erfahren die 16
"Rennfahrer" in ihrem zu einem Formel 1 Ferrari ausgebauten Achterbahnzug eine
Beschleunigung von bis zu 1.7g, welche durch einen 20.000 PS starken
Katapultantrieb gewährleistet wird. Dieser stellt jedes bisherige
Achterbahn-Aggregat in den Schatten. Das Antriebsgebäude am Fuße des
ersten Hügels nimmt mit Winde, Tanks, Stickstoffbehältern und
Transformatoren locker die Größe eines Tennisplatzes ein.
Formula Rossa bietet eine Spitzengeschwindigkeit von
240km/h und damit einen neuen Weltrekord unter den Achterbahnen. Der bisherige
Rekordhalter, die 206 Stundenkilometer schnelle Kingda Ka - ebenfalls von
Intamin - wurde deutlich in die Schranken verwiesen. Neben der Geschwindigkeit
dominiert die Streckenlänge: Die über zwei Kilometer lange Achterbahn
ist die drittlängste Stahlachterbahn der Welt. Die Fahrzeit beträgt
aufgrund des Kickstarts und der extrem hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von
rund 130km/h gerade einmal eine Minute. Zur Sicherung der Fahrgäste werden
wie bei den ersten beiden Intamin Hydraulik-Katapulcoastern Bauchbügel
verwendet.
Das Layout von Formula Rossa ist angelehnt an Desert Race im
Heide Park, bietet jedoch aufgrund der Geschwindigkeit deutlich
größere Kurvenradien wie auch mehrfache Airtime auf Camelbacks und
Bunny Humps. Die weitäufigen Kurvenbögen wurden mit knapp zwei Metern
Höhe sehr bodennah platziert, um das Geschwindigkeitsgefühl bewusst
zu unterstreichen. Intamin verwendet wie bereits auf dem Gigacoaster
Intimidator 305 in den USA
ein neues Schienensystem, welches den langjährig verwendeten
Fachwerkträger auf Bahnen dieses Kalibers ablöst. Dabei wird eine
Doppelrohrunterkonstruktion genutzt, die größere Abstände
zwischen den Stützen ermöglicht. Dies verhilft zu einem deutlich
schlankeren Erscheinungsbild der bis zu 52 Meter hohen Camelback-Figuren.
Gleichzeitig garantiert die neue Schiene ein extrem ruhiges Fahrgefühl.
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Die bodennahen, keine
zwei Meter über dem Boden platzierten Steilkurven bestimmen neben den
Airtime-Hügeln das Layout von Formula Rossa - im Hintergrund in die Launch
Strecke und der Indoor Themenpark zu sehen |
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Mit bewährter Hydraulik-Technik werden die zwei
viergliedrigen Formel 1 Züge auf der 140 Meter langen Katapultstrecke
hochbeschleunigt. Von null auf Höchstgeschwindigkeit in gerade einmal
viereinhalb Sekunden. Weitere zwei Sekunden später schiesst der Zug
über eine steil aufsteigende Rampe in die Höhe. Dass auf dem ersten,
rund 50 Meter hohen Airtime-Hügel bereits eine Magnetbremse den Zug rund
50 Prozent seiner initialen Energie raubt, ist ein kleiner Wehrmutstropfen. Das
Layout aus Steilkurven und weiten Camelbacks mit Schwerelosigkeits-Airtime
hätte sonst nicht auf dem vorgesehenen Gelände platziert werden
können. Trotzdem bietet der eingebremste Hügel gute Ejector-Airtime
ohne Kompromisse - durch den Verzicht auf Schulterbügel erzielt das auf
wenigen Stützen ruhende Fahrelement extreme Adrenalinschocks, wobei der
Wagenzug nach der Kuppe noch schlagartig in eine stark abfallende Steilkurve
einbiegt, die gerade einmal zwei Meter über dem Wüstenboden in einem
über 160km/h schnellen Kurvenzug endet. Mit bis zu 4g
Vertikalbeschleunigung werden die Mitfahrer in die Sitze gepresst, bis
Kurvenauffahrten und Richtungswechsel kurzzeitig für weitere
Schwerelosigkeit sorgen.
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Links: Mit 160km/h durch die Kurven von
Formula Rossa |
Neben Formula Rossa wirkt die zweite Großachterbahn
fast wie ein Kinderspielzeug. Maurer Söhne ist Lieferant der Fiorano GT
Challenge, welche sich als duellierende Achterbahn präsentiert. Statt in
einem Formel 1 Ferrari sitzen die Mitfahrer in einem Ferrari F430 Spider, wobei
drei Fahrzeuge durch Kupplungsstangen kombiniert sind. Die beiden jeweils 1050
Meter langen Layouts sind größtenteils parallel geführt, um die
Illusion eines Straßenrennens zu bieten. Jede Strecke besitzt dazu vier
Launchabschnitte, die mit LSM Statoren ausgerüstet den dreigliedrigen Zug
immer wieder auf Höchstgeschwindigkeit von bis zu 95km/h beschleunigen.
Neben der immer wieder kehrenden Beschleunigung von recht zaghaften 0.5g
(üblicherweise erreichen heutige Standard LSM-Coaster etwa 1g) erfahren
die Insassen auch Verzögerungen in extra platzierten Bremsstrecken. Die
Kombination von Beschleunigs- und Bremsabschnitten bietet ein hautnahes "Race
Feeling" mit Kick Starts, Zwischenbeschleunigungen und
Überholmanövern. Das Layout präsentiert sich dabei
äußerst bodennah - kein Bahnpunkt überschreitet die 13
Metermarke. Kurioserweise wurden viele Kurven bewusst nicht quergeneigt, so
dass die Passagiere im Gegensatz zu Formula Rossa hohe Querbeschleunigungen von
bis zu 1.5g erleben. Derartige Werte finden sich heute auf modernen
Achterbahnen nur bei den Wilden Mäusen. Der Fahrtkomfort wirkt dadurch
recht ruppig, die Mitfahrer finden jedoch in bequem gepolsterten Sitzen mit
Bauchbügen platz.
Die Ferrari World hat Potential zum Durchstarten -
Ausbaupläne wurden bereits ausgearbeitet und nach dem Erfolg der
angeschlossenen Yas Waterworld sollen diese auch zügig umgesetzt werden.
Bislang jedoch bleibt der Park hinter seinen Erwartungen zurück: Der
Betreiber rechnete bei Eröffnung mit bis zu drei Millionen Besuchern pro
Jahr - ein höchst ambitioniertes Ziel. Nach Brancheninsidern finden
derzeit rund 2500 Besucher täglich den Weg in die voll klimatisierte
Ferrari Halle.
Letztendlich hat Abu Dhabi mit dem Themenpark jedoch das
geschafft, was im Dubailand seit Jahren erträumt wird. Dort sollte bereits
zum Jahresende 2008 ein Motorsport Themenpark eröffnen. Von allen
angekündigten Projekten in Dubai war es das Fortgeschrittenste. Der 20
Hektar große F1-X sollte unter offizieller Lizenzierung von Bernie
Eccelstones Formel 1-Zirkus eine Mixtur aus Achterbahnen und kleineren
Karussells auf einem eng an die Rennstrecke angegliederten
Außengelände bieten. 2009 wurden sämtliche Arbeiten gestoppt,
obwohl bereits viele Vergnügungsanlagen ausgeliefert waren und das Projekt
zu etwa der Hälfte fertig gestellt war. Eine der Hauptattraktionen sollte
ein 1000 Meter langer, einzigartiger Möbius Racing Coaster von Intamin mit
sechs LSM-Abschnitten sein. Die zwei Renn-Züge hätten sich ein
Kopf-an-Kopf-Rennen geboten, wobei jeder Zug zwei Runden mit unterschiedlichen
Geschwindigkeitsniveaus absolviert hätte. Doch die Entwicklungsfirma Union
Properties zog die Notbremse. 2010 informierte Formel 1 Boss Bernie Eccelstone
in einem Interview, dass F1-X nicht mehr realisiert werden würde.
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Die 2070 Streckenmeter
von Formula Rossa in gesamter Breite |
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Projekte in Dubai und Abu Dhabi (Stand
Frühjahr 2013) |
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Ferrari
World, Yas Island
Themenpark
mit Ferrari Museum, Simulatoren, Free Fall Tower und Achterbahnen mit
Weltklassestatus - ein LSM Launch Coaster von Maurer Söhne mit zwei
duellierenden Strecken sowie der mit 240km/h weltweit schnellste
Katapultcoaster von Intamin |
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Eröffnung:
04. November 2010
Entwickler:
Aldar
Status:
Geöffnet |
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IMG Worlds of Adventure
11
Hektar großer Indoor-Park mit insgesamt 17 Attraktionen arrangiert in
vier Themenbereichen. Hauptattraktionen sind ein LSM-Coaster von Mack Rides und
eine Themenfahrt von Sally. |
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Geplante
Eröffnung: 2014
Entwickler:
IMG
Status:
Im Bau |
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Warner
Brothers Themenpark, Yas Island
Filmpark
mit Shows, Wasser- und Achterbahnen unter der Lizenzierung von Warner Brothers
inklusive Kino- und Hotelkomplex. Highlight könnte ein Indoor Coaster mit
Batman Thematik werden. |
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Geplante
Eröffnung: 201?
Entwickler:
Aldar
Status:
in Planung |
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Yas
Waterworld, Yas Island
15
Hektar großes Mekka mit 33 Wasserrutschen und beeindruckender
Thematisierun. Das 165 Millionen US-Dollar Investment wurde einen Steinwurf von
der Ferrari World eröffnet und bietet mit dem Vekoma Splash Party Coaster
sogar eine Achterbahn. Für Abkühlung sorgen nicht nur die zahlreichen
Wasserbecken und Rutschen, sondern auch ein durchgängig gekühlter
Bodenbelag. |
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Eröffnung: 20. Januar 2013
Entwickler:
Aldar
Status:
Geöffnet |
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Rendering des weiterhin geplanten F1-X
Themenparks in Dubai |
Die Planungsbereitschaft in den Vereinigten Arabischen
Emiraten kannte bis zum Herbst 2008 keine Grenzen. Gerade im Dubailand waren
neben Motorsport- und Filmparks noch weitere ambitionierte Pojekte vorgesehen.
Themenparks von Lego, Busch Gardens und Sea World waren großspurig
angekündigt worden, und selbst die Six Flags Gruppe wollte sich im
Dubailand positionieren - gigantische Holzachterbahnen und ein Launch Coaster
mit Kingda Ka "Größe" inklusive.
Lizenzgeber Universal hatte 2008 mit den Erdarbeiten
für einen Studio Park in Dubai begonnen. Das bekannte Universal
Eingangstor stand bereits, die Lagune inmitten des Parks wurde im
Wüstensand ausgehoben. Die Arbeiten wurden Ende 2008 gestoppt und sind bis
heute unterbrochen, Verträge mit Lieferanten wurden komplett auf Eis
gelegt - eine Fortführung des Projektes ist fraglich. Im Frühsommer
2011 nahm der Entwickler die Gespräche mit Universal wieder auf, doch
bislang ohne Ergebnis. Die Wüste nimmt bereits die mühsam ausgehobene
Lagune wieder für sich in Anspruch.
Hauptsächlich waren Kopien aus den US-Parks geplant,
wie zum Beispiel der Indoor Coaster Revenge of
the Mummy, die Waterworld Stuntshow, ein als Rapid River gestaltetes
Jurassic Park River Adventure von Intamin oder der duellierende King Kong
Coaster im "inverted Design", welcher an den Schweizer Hersteller
Bolliger&Mabillard vergeben wurde. Insgesamt fünf Themenereiche
sollten realisiert werden: Hollywood, New York, Surf City, Epic Adventures und
Legendary Heroes. Das kulturelle Gut der Vereinigten Arabischen Emirate sollte
in Fahrgeschäften wie Eighth Voyage of Sinbad und Aladdins Magic Carpet
Ride berücksichtigt werden.
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Links: Entwurf der Bandit Bomber
Tandemzüge - Rechts: Yas Waterworld |
Die Realisierung des Dubailands steht weiterhin in den
Sternen, in Abu Dhabi wurde dagegen kräftig ausgebaut: Auf Yas Island
eröffnete im Januar 2013 der grosszügige Wasserpark Yas Waterworld
inklusive des Bandit Bomber (Videolink),
einem Suspended Coaster der niederländischen Firma Vekoma. Sieben
Tandemzüge mit Suspended-Sitzen für je vier Personen umkurven in
einem verwinkelten Oval mit zwei Liften, diversen Abfahrten und Kurvenpassagen
den neuen Wasserpark. Die rund 550 Meter lange Strecke des Bandit Bomber
interagiert dabei nicht nur mit den zahlreichen Wasserrutschen des 15 Hektar
großen Parks: Auf jedem Sitzplatz installierte Wasserbomben mit 20
Liter-Tank Bevorratung sorgen für reichlich Munition, um den auf dem Boden
gebliebenen Gästen eine Abkühlung zu verschaffen. Zudem
ermöglichen Laserpistolen fix installierte Ziele zu treffen, die
Wasserfontänen und weitere Überraschungen auslösen. Das
Herzstück der Anlage bilden jedoch 33 Wasserutschen, davon vier an der
Zahl, welche erstmals auf der Welt angeboten werden
Und Yas Island scheint nun vollständig zum Resort
ausgebaut zu werden: Die Planungen für einen zweiten Themenpark nach
Motiven und Filmen des Filmstudios Warner Brothers sind noch nicht vom Tisch.
Zudem will die Ferrari World ihr klinisches Messehallenimage mit neuem
Interieur aufpolieren.
Text: Coastersandmore - jp, ng Bilder: Aldar,
Ferrari World, Yas Waterpark, Dubailand, F1-X, Coastersandmore |
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