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Italian Job: Stunt Track - Rasante Verfolgungsjagd im Mini Cooper |
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Links: Die Mini Cooper bei ihrem finalen
Sprung in den Abwasserkanal von Los Angeles |
Im Sommer 2005 debütierte gleich in zwei
nordamerikanischen Paramount Parks die Familienachterbahn Italian Job: Stunt
Track, welche an das Hollywood Remake aus dem Jahre 2003 und dessen
spektakuläre Verfolgungsjagd am Ende des Films angelehnt ist. Dort rasten
die Protagonisten, dargestellt von Mark Wahlberg, Charlize Theron und Jason
Statham, in Mini Coopern quer durch den stillgelegten Verkehr von Los Angeles,
um ihrem Gegenspieler Edward Norton eine Millionenbeute in Gold abzujagen.
Dieser hat jedoch vorgesorgt und einen Hubschrauber gechartert, um die Mini
Cooper aufzuhalten, und jagt sie anschließend bis in die
Entwässerungskanäle der Millionenmetropole.
Achterbahnen sind in, Themenachterbahnen noch beliebter und
in Kombination mit Action-Krachern aus Hollywood wird ein Klima geschaffen,
welches noch stundenlang nach der kurzweiligen Abenteuerfahrt nachhält.
Die Revenge of the Mummy Bahnen in den Universal Studios Orlando
und Florida haben es 2004 gekonnt vorgemacht, ein Jahr später
folgte Paramount mit einem Doppelpack in seinen Freizeitparks
Canada's Wonderland und Kings Island. Fast zeitgleich
debütierten die 598 Meter langen "Outdoor" Familienachterbahnen, deren
Zweigurtschiene sich auf dem 5200 Quadratmeter großen Filmset durch
Parkhäuser, U-Bahn-Stationen und Polizeibarrikaden schlängelt.
Die Achterbahntechnik von Italian Job: Stunt Track
wurde durch Premier Rides aus dem amerikanischen Maryland verwirklicht,
welche sich schon für die Mummy Abenteuer verantwortlich zeigten.
Premier Rides ist bekannt für seine Geschwindigkeitsabenteuer mit
LIM-Abschüssen, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch bei
Italian Job drei dieser linear elektromagnetisch gepowerten
Katapultstrecken unterschiedlicher Intensität zum Einsatz kommen.
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Italian Job: Stunt
Track im Überblick |
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Nach dem Sprung vom Parkdeck schlingern
die Minis durch eine Polizeiblockade |
Drei Züge mit jeweils drei Repliken des beliebten
BMW Mini Cooper S in den Farben blau, rot, und weiß stehen
für die Stuntfahrer bereit. Ihre Aufgabe: Sie sollen sechs Szenen des
Films noch einmal drehen. Die offenen, viersitzigen Fahrzeuge entsprechen einem
auf 75 Prozent der Originalgröße geschrumpften Mini Cooper
und sind bis in die kleinsten Details exakt nachgebildet: Ob die
Fahrertüre, die Seitenspiegel oder die funktionsfähigen Scheinwerfer
und Rücklichter - nur Pedale und Lenkrad fehlen. Ein Raumwunder ist nicht
zu erwarten, doch der ergonomische Schoßbügel und die
geräumige Sitzschale lassen die Erwartungshaltung höher
schnellen.
Gas geben müssen die Mitfahrer nicht, dies erledigen
hochleistungsfähige Elektromagnete, die links und rechts der Strecke
platziert sind und in welche riesige, zu beiden Seiten der Wagen hängenden
Aluminiumplatten eingreifen. Die Magnete induzieren im Aluminium ein
magnetisches Wirbelfeld, welches derart ausgerichtet ist, dass beide
Magnetfelder - das Wirbelfeld und jenes der Elektromagnete - sich voneinander
abstoßen und eine Kraftkomponente in Fahrtrichtung generieren, welche die
tonnenschweren Züge in sekundenschnelle von 0 auf 64 km/h bringt. Die
LIMs, Lineare Induktions Motoren, sind dabei eigentlich nichts
anderes als aufgeschnittene und auseinandergerollte Elektromotoren, welche mit
einer hochentwickelten Ansteuerung den Achterbahnzug wie von Geisterhand auf
Geschwindigkeit bringen.
Ziemlich flott, mit einer Beschleunigung von rund 0,5g,
schießt das Mini Cooper Arrangement aus der Station und entlang
einer 31 Meter langen Geraden einer Parkhausrampe entgegen. Die Containerwand
zur rechten, hinter der sich die Ansteuerungstechnik der 34 LIM Module
verbirgt, sorgt für einen subjektiv eindrucksvolleren
Geschwindigkeitskick. Das Parkhaus erreicht, windet sich der Zug zweieinhalb
Mal im Kreis die Rampe hinauf und schraubt sich dabei auf eine
Ausgangshöhe von knapp 14 Metern. Auf dem Parkhausdach können die
Insassen nur kurz die Aussicht genießen, denn ihre Situation erlaubt
keine Pause. |
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Die Polizeisirenen im Nacken hilft nur noch ein
airtimereicher, neun Meter tiefer Sprung vom Dach des Parkhauses direkt hinein
in eine Polizeibarrikade. Dem wendigen Fahrwerk des "Mini Coopers" sei Dank,
kann den Ordnungshütern leicht ausgewichen werden. Dabei brechen als
Effekt die Hecks leicht aus - was jedoch nur in der hinteren Fahrzeugreihe
bewusst wahrnehmbar ist. Letztendlich hält die routinierte Geisterhand
volle Kontrolle über das Lenkrad.
Jedes Fahrzeug ist mit Surround Lautsprechern ausgestattet,
welche durch ein Arrangement an Soundeffekten und Audio-Kommentaren die
Abenteuerfahrt noch realistischer erscheinen lassen: Ob Motorsound,
durchdrehende Räder oder der Klang der Polizeisirenen. Die Effekte werden
durch Magnete in der Streckenführung aktiviert, womit sichergestellt
werden kann, dass auf jeder Fahrt die Geräusche an den gleichen Stellen
des Parcours ausgelöst werden.
Rechter Hand fliegt eine Containerwand vorbei, und nur ein
beherztes Fahrmanöver kann eine Kollision mit den plötzlich im Weg
stehenden Blechkästen vermeiden. 88° stellt sich das Fahrzeug quer und
nach dem Wendemanöver landen die Fahrzeuge nach einer kleinen Odyssee im
Graben mit einem Hopser, der jede Menge Airtime auf die Mini
Cooper Piloten verteilt, auf dem Highway.
Der Sunset Boulevard im Herzen Hollywoods ist nur noch eine
halbe Meile entfernt, doch die Verfolger drängen zu weiteren
Fahrkapriolen: Ein beherzter Griff in das Lenkrad, eine Beinahekollision mit
einer Werbetafel und schon steuern die drei Mini Cooper auf den Eingang
der Metro Rail Station, der hiesigen U-Bahn Linie, zu. Die Autos holpern die
Treppe hinunter, ein Effekt, der durch in die Sitze eingelassene Subwoofer
erzielt wird, und zwei, drei Sekunden später sieht es fast so aus, als ob
jegliche Verfolger abgeschüttelt wären.
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Nach dem Hubschrauberangriff folgt der
zweite LIM-Beschleuniger Abschnitt hinein in die Kanalisation von Los
Angeles |
Das Dreiergespann verringert die Geschwindigkeit und kommt
in einem Hinterhof zu stehen. Plötzlich wird die Luft aufgewirbelt und der
Hubschrauber des Gegenspielers eröffnet das Feuer auf die wehrlosen
Insassen. Die Projektile der Maschinengewehre bringen den Inhalt umherstehender
Benzinfässer zur Explosion, Flüssigkeit spritzt herum, Rohre bersten
und als dann noch zwei Gaspumpen in die Luft gehen, ist die Hitze nicht mehr
erträglich. Ein gnadenloser Tritt auf das Gaspedal, unterstützt durch
drei jeweils zwei Meter lange LIM-Module links und rechts der Schiene,
lässt das Gespann aus der schier ausweglosen Situation entkommen.
Die Flucht nach vorn führt in eine pechschwarze
Tunnelröhre. Eine extreme 180° Steilkurvenabfahrt lässt
die vierrädrigen Untersätze wieder auf Top Speed beschleunigen und
das Gespann prescht voran. Die Fahrzeuge werden zum Spielball des dunklen
Abwasserkanals. Sie schlingern von links nach rechts. Dann hat die geübte
Hand wieder Kontrolle über die Fahrzeuge und die Tunnelröhre wird zur
Steilwand. Der direkte Weg ist nicht erkennbar, nur die lichtbringenden
Frontscheinwerfer illuminieren die Szenerie.
Nochmals wird das Gaspedal durchgedrückt, die Reifen
quietschen ein letztes Mal und die Schubkraft führt geradewegs durch eine
Plakatwand in den Regenwasserkanal von Los Angeles. Direkt unterhalb der
Warteschlange setzen die Minis auf den harten Boden auf, die
Stoßdämpfer leisten Schwerstarbeit und doch bockt der Mini ein
wenig. Wasser spritzt empor, dann noch eine 180° Linkskurve und die
Verfolgungsjagd findet nach 64 Sekunden ihr jähes Ende in den
Magnetbremsen - die Fahrer haben ihr Test-Screening mit Bravour bestanden.
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Links: Der Sprung durch die Plakatwand ist
das finale der Stuntfahrt |
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Fakten zu Italian Job: Stunt
Track |
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Familienorientierte Themenachterbahn
um das Film Remake Italian Job aus dem Jahre 2003 |
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Schienenhöhe |
15
Meter |
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Höchste
Abfahrt |
9
Meter |
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Streckenlänge |
698
Meter |
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Max. Geschwindigkeit |
64 km/h |
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Max. Vertikalbeschleunigung |
3,5g |
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~ Beschleunigung beim Katapultstart |
0,5g |
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LIM-Abschnitte |
3 |
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Max. Querneigung |
88° |
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Netto-Fahrzeit |
64 Sekunden |
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Fahrzeuge |
3 Züge mit 3 Wagen; 4 Plätze pro Wagen |
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Kapazität |
1000 Personen pro Stunde |
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Hersteller |
Premier Rides, Millersville, Maryland, USA |
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Betreiber |
Paramount's Kings Island, Kings Mills, Ohio, USA |
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Eröffnung |
20. Mai 2005 |
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Link zur
offiziellen Webseite von Paramount's Kings Island |
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Italian Job: Stunt Track ist eine anspruchsvoll
konzipierte Familienachterbahn: Maximal 3.5g Vertikalbeschleunigung und eine
Höhendifferenz von gerade einmal 15 Metern über die gesamte Strecke
lassen keine Superlativen erwarten, doch die drei LIM Antriebe sorgen
dafür, dass der Parcours nicht im Schneckentempo absolviert wird. Gerade
wegen der Einbindung in eine komplette Kulissenwelt, zusammen mit Sound- und
Spezialeffekten, wird die Fahrt zu einem kurzweiligen Erlebnis und sorgt
vielleicht dafür, dass BMW sich auf neue "Mini" Kunden freuen darf.
Trotzdem sollte ein Themingoverkill nicht erwartet werden:
Die Kulissen sind sehr statisch gestaltet und nur in der Helikopterszene geht
die Post auch außerhalb des Zuges ab - Paramount ist halt nicht
Disney oder Universal. Das Team von Paramount Parks
Production konnte nur über einen Bruchteil der Budgets der beiden
großen Themenweltmarktführer verfügen - dies erkennt das
aufmerksame Auge schnell an den monotonen Wellblechwänden oder dem
kiesigen Untergrund der Kulissenwelt. Letztendlich ist alles nur eine Frage der
Erwartungshaltung.
Die beiden Italian Job Coaster zeigten in der ersten
Saison eine derart starke Performance, dass Paramount's Kings Dominion
an der Ostküste der USA in der Saison 2006 einen vollkommen identischen
Mini-Parcours erhielt und die Lizenzen für eine weltweite Vermarktung
schon in den Startlöchern stehen.
Text: Coastersandmore - jp Bilder:
Paramounts Parks, Coastersandmore |
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