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Dodonpa - Katapultcoaster im Fuji-Q Highland |
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Launch Coaster gibt es viele: Seit Mitte der 70er
Jahre katapultieren Antriebssysteme wie Schwungrad, elektromagnetischer
LIM / LSM und Hydraulikantriebe die tonnenschweren
Achterbahnwagen auf Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern. Doch
keine dieser Technologien vermag es, mit dem Funktionsprinzip der Firma S&S
Worldwide, Inc. aus dem amerikanischen Utah mitzuhalten. Statt 1 bis 1.5g
Initialbeschleunigung wie auf modernen LSM-Bahnen oder knapp 2g auf Intamins
Hydraulikkatapulten, schießt S&S die Züge mit über 4g
Spitzenbeschleunigung auf die Strecke.
Die Achterbahnstarts sind derart durchzugsstark, dass der
ein oder andere Parkbetreiber zurückschreckt, für Firmengründer
Stan Checketts aber kann es nicht aggressiv genug sein. Das Geheimnis
liegt im Medium Luft, welches Checketts mit leistungsstarken
Kompressoren auf mehr als das Zehnfache des atmosphärischen Drucks
komprimiert, um es anschließend durch gigantische, meterlange
Kolbenzylinder zu schießen. Dort treibt die in der komprimierten Luft
gespeicherte Energie einen Mitnehmer inklusive Stahlseil und den daran
gekoppelten Fahrgastträger voran. Schon die S&S-Verkaufschlager
Space Shot und Turbo Drop bereiteten in den 90er Jahren
kompromisslosen Airtimespaß bei einer vertikalen Turmfahrt, seit dem
Jahre 2001 wird das Antriebskonzept auch zum Abschuss auf
Katapultachterbahnen eingesetzt.
Im fernen Japan, im Fujikyu Highland Freizeitpark
(die Transkription aus dem Japanischen ist nicht eindeutig, man findet auch oft
Fuji-Q) südwestlich von Tokyo, debütierte im Dezember 2001 die
S&S-Katapultachterbahn Nummer zwei. Die technischen Kenndaten sind
beeindruckend: Auf einer 60 Meter langen Launchgeraden wird der achtsitzige Zug
innerhalb von 1,8 Sekunden von Null auf 172 Stundenkilometer beschleunigt. Es
zischt und pfeift, und mit einer Spitzenbeschleunigung von 4.25g werden die
Fahrgäste in die Sitze gepresst. Knapp 1200 Meter später steht der
Zug in der Schlussbremse. Zuvor sind die Mitfahrer quer durch den halben
Park gerast, haben eine Hochgeschwindigkeits-Steilkurve mit 150 Metern
Durchmesser passiert und schließlich einen 52 Meter hohen Vertikalturm
erklommen, der den viergliedrigen Zug an der Rückseite mit einer 90°
steilen Abfahrt in die Schlussgerade entlässt.
Camelbacks, weitere Auf- und Abfahrten oder
Helices sucht der Besucher vergeblich, obwohl die Restenergie des Zuges
noch für die ein oder andere Fahrfigur ausgereicht hätte.
Dodonpa setzt zielsicher auf zwei Schwerpunkte: So schnell wie
möglich auf Geschwindigkeit zu beschleunigen und diese die Fahrgästen
ohne Unterbrechung spüren zu lassen. Der durchzugsstarke Katapultstart,
bodennahe Kurven, verschiedene Tunneldurchfahrten und der vertikale Sturz in
die Tiefe ermöglichen, die Geschwindigkeit bewusst hautnah zu erleben.
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Mit 172
Stundenkilometern rast der mit Pneus bereifte Zug die Schienentrasse
entlang |
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Das 1994 als S&S Power, Inc. gegründete
Unternehmen hat sich seit jeher auf extreme Erlebnismaschinen konzentriert und
dabei fast ausschließlich das Medium Luft als Energieträger für
den Antrieb verwendet. Stan Checketts, neunfacher Familienvater, war vor
dem Einstieg in das Vergnügungsanlagengeschäft als Möbelmacher
tätig. 30 Jahre lang verfolgte ihn die Idee, Leute in die Lüfte zu
katapultieren. Mit dem Space Shot, einem bis zu 100 Meter hohen
stählernen Turm, wurde diese Idee in die Tat umgesetzt.
Wie ein Ping-Pong-Ball wird der Fahrgastträger mittels
eines langen Druckluftzylinders erst in die Luft katapultiert, um dann
herunter- und wieder hinaufzuschwingen und dabei immer mehr an Momentum zu
verlieren. Beim Start wiegen die Fahrgäste kurzzeitig viermal so viel wie
ihr Körpergewicht, an den Wendepunkten in luftiger Höhe sind sie so
leicht wie eine Feder und spüren lang anhaltende Momente der
Airtime.
Kritiker verspotten die Turmkonstruktionen wegen ihrer
technisch simplen und stellenweise primitiven Bauweise. Doch mehr als 100
weltweite Abverkäufe von Space Shot (Abschuss von unten nach oben),
Turbo Drop (Abschuss von oben nach unten), Combo Ride (Abschuss
in beide Richtungen) und Double Shot (kompakte Variante des Space Shot,
welche die Gondel zweimal in die Höhe katapultiert) sprechen für den
Erfolg der luftdruckgepowerten Anlagen. 1999 stieg S&S in das
Achterbahngeschäft ein und mit dem Aufkauf der insolventen Arrow
Dynamics im Jahre 2002 war der Weg für weitere Kreationen mit dem
patentierten Luftdruckantrieb geebnet. Als sich im Jahr 2000 die
Besitzverhältnisse änderten, wurde das Unternehmen in S&S
Worldwide, Inc. umfirmiert, und neuerdings erfolgt das Marketing unter dem
Motto Engineering Excitement.
Im November 1999 wurde schließlich das Geheimnis um
den Thrust Air 2000 auf dem Firmengelände in Logan, Utah vor einer
Schar von Kunden und Journalisten gelüftet. Der Prototyp der ersten
mittels Luftdruck befeuerten Katapultachterbahn bot einen 50 Meter hohen
Vertikalturm, der direkt nach der kurzen Katapultgeraden erklommen wurde, um am
Hochpunkt mittels eines 180° Vertikalbogens auf der Rückseite
senkrecht gen Boden zu stürzen. Ein weiteres Kurvenoval später
erfolgte die Bremsung. |
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Links: Jeder Wagen hat eine Bogieeinheit
mit Learjet-Reifen - rechts: Das I-Träger-Schienenprofil im
Detail |
Neben dem beeindruckenden Katapultstart bot das Team um den
kühnen Tüftler Checketts mit dem Thrust Air 2000
ungewöhnliche Neuerungen: Die Räder unterscheiden sich von
herkömmlichen Achterbahnrollen deutlich. Statt Alukernen mit
Kunststoffbandagen kommen luftgefüllte Reifen von Learjets zum Einsatz.
Diese Pneus sind wie bei Achterbahnen üblich um die Schiene als Lauf,
Seiten- und Gegenrollen gruppiert. Die technische Neuerung sollte, so
Checketts, den Thrust Air auch bei einem Tempo von 200 km/h
fahrbar gestalten - Eine Eigenschaft, die er zum damaligen Zeitpunkt
herkömmlichen Achterbahnrollen nicht zutraute.
Die luftgefüllten Reifen bedürfen einer planen
Auflagefläche, und so verwendet S&S anstatt Rundrohren
standardisierte I-Stahlprofile als Schienen. Die Inspiration holte man sich bei
Intamin, welche auf Superman the Escape im Six Flags Magic
Mountain bereits derartige Schienenprofile einsetzte. Auf der
Intamin-Anlage in Kalifornien werden die Einzelwagen durch
Elektromagnete linear beschleunigt, fahren über einen Vertikalbogen einen
120 Meter hohen Turm hinauf, um diesen im Rückwärtsgang wieder hinab
zu donnern. Horizontalkurven bietet die Entwicklung aus der Schweiz nicht, doch
eben solche kommen beim Konzept des Thrust Air 2000 zum Einsatz. Dabei
ist das Biegen der Profile zu einem Horizontalbogen weitaus schwieriger zu
handhaben als bei den üblicherweise verwendeten Rundrohren. Die engen
Toleranzen einer Rundrohrschiene sind mit der S&S-Konstruktion nicht
erreichbar.
Zwei Jahre später, im Frühjahr 2001,
debütierte die neue Achterbahnentwicklung im Paramount's Kings
Dominion Freizeitpark. Hierfür wurde der Prototyp von der
Präsentation im Werk receycled. Doch Hypersonic XLC sollte dem
Betreiber mehr Sorgen als Freude bereiten: So fielen die Wagen permanent aus,
war die Lebensdauer der als Innovation gefeierten, jedoch sehr teuren,
luftgefüllten Flugzeugräder im Vergleich zu herkömmlichen
Achterbahnrollen verschwindend gering und die ruppigen Fahreigenschaften der
eigenwilligen Fahrzeuge im Zusammenspiel mit der I-Träger Schiene nicht
unbedingt verkaufsförderlich. Im Ergebnis war die Spurtreue der Fahrzeuge
nicht optimal, die Fahrt glich einem Eiertanz. Selbst wuchtige
Stoßdämpfer konnten das Nicken der Fahrzeuge bei der Überfahrt
des Stahlturms nicht vermeiden. Die Züge wurden schließlich nach der
ersten Saison komplett überarbeitet.
Als Cedar Fair 2006 die Paramount Parks
übernahm, war das Ende der Anlage beschlossene Sache: 2007, nach gerade
einmal sieben Betriebsjahren, wurde Hypersonic XLC dem Erdboden gleich
gemacht. Erst sollte das Katapultmonster in einen Freizeitpark nach
Südeuropa verschifft werden, doch auch hier schreckte der
mutmaßliche Abnehmer zurück.
Anlage Nummer zwei stand dagegen unter einem weitaus
besseren Stern: Das japanische Fujikyu Highland hatte sich bereits vor
der Inbetriebnahme des Hypersonic XLC für das Thrust Air
Konzept entschieden und konnte sich somit durch die Hiobsbotschaften aus
den USA nicht abschrecken lassen, eine schnellere, höhere und längere
Version des Luftdruckkonzepts zu erwerben. In Japan geht das Konzept
tatsächlich auf: Enge Kurvenzüge gibt es nicht, die Fahrzeuge
tendieren dadurch weitaus weniger zum Ausbrechen, und eine Stabsmannschaft an
Mechanikern hält die vier Züge auf Vordermann. |
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Bodennahe Kurven und
Tunneldurchfahrten intensivieren das Geshwindigkeitsgefühl |
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Links: Der schlicht in rot gehaltene
Stationsraum - rechts: Bügel, Gurt und Beinklammer sichern jeden
Fahrgast |
Dodonpa überbot 2001 alles bisher Dagewesene:
Anderthalb Jahre vor Top Thrill Dragster im amerikanischen Cedar
Point war sie mit 172 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit die
schnellste Achterbahn der Welt und mit knapp 1200 Metern
Streckenlänge die längste unter den Abschussanlagen.
Die Station nebst Startgerade und dazu parallel
geführter Bremse wurde auf dem Platz des ehemaligen, mit 7g Beschleunigung
fast legendären Shuttle Loops Moonsault Scramble in direkter
Nähe zum Hauteingang platziert. Parallel zum Hauptweg erfolgt der Launch
auf die nachgeschaltete Gerade, welche schließlich abtaucht, um in einer
beeindruckenden 270°-Wende am anderen Ende des Parks auf den Vertikalturm
zu führen. Im Vergleich zur ersten Publikumsinstallation in Kings
Dominion ist alles deutlich größer dimensioniert. Dodonpa
ist im gesamten Park präsent - visuell und auch hörbar: Obwohl die
komplette, über 60 Meter lange Abschussstrecke nebst
Luftdruckbehältern in einem Tunnel untergebracht wurde, ist das
Geräusch des Abschusses ohrenbetäubend.
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Der 60 Meter langen, im Tunnel
eingehausten Katapultstrecke folgt eine langgezogene Gerade entlang der
Hauptachse des Parks |
Thematisierung sucht man im Fujikyu Highland nahezu
vergeblich, und so ist auch Dodonpa keiner ausufernden thematischen
Gestaltung unterworfen worden. Vielmehr ist die Attraktion ein Thema für
sich - im übergeordneten Sinne: "Dodonpa" ist im Japanischen die
wörtliche Beschreibung für Herzfrequenz, welche im Wartebereich, der
Station und dem Beschleunigungstunnel akustisch zu hören ist. Dabei
steigert sich die Lautstärke wie auch die Frequenz des eingespielten
Herztons, je näher der Besucher dem Abschuss kommt. Bei Wartezeiten von
zwei bis drei Stunden - selbst an Wochentagen in der Nebensaison - ein
interessanter Effekt, der in der zweckmäßig gestalteten Station mit
der dominierenden Farbe rot die einzige Abwechslung bringt.
Die Züge werden auf getrennten Positionen ent- und
beladen. Im überdimensionalen Sitz vermag jeder Fahrgast zu versinken, die
Sitzfläche ist stark nach hinten geneigt, damit der Bügel sicher den
Schoß des Fahrgastes umschließen kann. Zudem werden die Schienbeine
arretiert. Obwohl bereits mehrfach durch Flachbildschirme auch für
Nichtjapaner verständlich gemacht, weist das Personal darauf hin, den Kopf
beim bevorstehenden Katapultstart tunlichst an die Kopfstütze zu legen.
Reibräder manövrieren den viergliedrigen,
fast sechs Tonnen schweren Wagenverbund mit seinen überbreiten Fahrzeugen
in eine 90°-Rechtskurve direkt hinein in den Abschusstunnel. Das Herz
schlägt noch lauter und schneller und wird nun erstmals auch auf Monitoren
visualisiert. Dann folgt ein Countdown und schließlich der Moment, der
folgen muss: Der Katapultstart. |
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Der Bremse (rechts)
folgt eine S-Kurven-Kombination in die Station hinein |
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Antriebsschema Air Launch des S&S
Thrust Air 2000 |
Vorab haben drei jeweils 550 Kilowatt starke und permanent
laufende Schraubenkompressoren von Ingersoll-Rand die von außen
angesaugte Umgebungsluft auf Betriebsdruck gebracht. Dieser liegt mit rund zehn
bar deutlich über dem atmosphärischen Luftdruck von einem bar.
Gleichzeitig wird die Luft gefiltert und getrocknet, um die Kondensatbildung
bei der folgenden Expansion zu minimieren. Hochdrucktanks dienen als
Zwischenspeicher. Die technischen Aggregate bilden in ihrem Erscheinungsbild
fast ein kleines Kraftwerk. Vor dem Abschuss wird die aufbereitete und unter
Hochdruck stehende Luft in drei lange, parallel zum Launchzylinder installierte
Abschusstanks geleitet. Diese werden im Laufe der 1,8-sekündigen
Abschusssequenz sequentiell über Ventile dem eigentlichen Launchzylinder
zugeschaltet, der knapp 70 Meter lang ist und unterhalb der gesamten
Launchstrecke verläuft.
Ein durch den Kolbenzylinder geführtes Stahlseil wird
an dessen beiden Enden um zwei Umlenkrollen geführt und ein ebenfalls am
Seil befestigter, in der Katapultschiene auf einer zweiten Schiene fahrender
Mitnehmerschlitten katapultiert den Wagen über die gerade Abschussstrecke.
Dazu wird der entlang der Beschleunigungsstrecke positionierte Zylinder durch
einen beweglichen Schieber in zwei Kammern unterteilt. Strömt in die eine
Kammer die unter Druck stehende Luft, so wird der Schieber und das daran
befestigte Seil längs des Zylinders bewegt. Die Luft entspannt sich und
drückt dabei mit Leichtigkeit den Zug voran.
Es knallt beständig, wenn die Ventile nacheinander
öffnen und die Luft in den Zylinder strömt. Die Beschleunigung ist
gigantisch und erzielt im Durchschnitt 3,4g. Der technische Aufwand für
den Abschuss erscheint enorm, trotzdem ist die eigentliche Mechanik recht
einfach aufgebaut. Das Catch Car muss nicht etwa wie bei Intamins
Hydraulikkatapultcoastern durch eigene Magnetbremsen verzögert
werden, sondern bremst auf dem Luftpolster der zweiten Zylinderkammer ab. Zwei
Bremstanks mit einem stetig bevorrateten Luftvolumen sorgen für
zusätzliche Sicherheit. Beim Beschleunigungsvorgang wird das Volumen in
der zweiten Zylinderkammer minimiert, sodass der darin herrschende Druck
irgendwann den in der stetig expandierenden Beschleunigungskammer
übersteigt und somit das Catch Car wie an einen Gummiseil
hägend zurückwirft. Somit löst es sich automatisch vom Zug und
schwingt einige Male wild hin und her, bis es nach vier bis fünf Sekunden
zum Stillstand kommt. |
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Windschnittig legt
sich der Wagenverbund mit bis zu 150km/h in die Steilkurve |
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Fakten zur Dodonpa |
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Katapultachterbahn mit einem Launch
der Extreme: Während des Startvorgangs werden die Mitfahrer mit dem fast
viereinhalbfachen ihres Körpergewichtes in die Sitze
gedrückt |
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Gesamthöhe |
52
Meter |
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Schienenlänge |
1189 Meter |
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Max. Geschwindigkeit |
172 km/h |
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Katapultstart |
von Null auf 172 km/h in 1,8 Sekunden |
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Max. Beschleunigung |
4.25g (während des Beschleunigungsvorgangs in
Fahrtrichtung) |
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Max. Steigung / Gefälle |
90° |
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Fahrtzeit (Start bis Stillstand) |
55 Sekunden |
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Fahrzeuge |
4 Züge mit je 4 Wagen, 2 Plätze pro Wagen |
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Hersteller |
S&S Worldwide, Inc., Logan, Utah, USA |
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Betreiber |
Fuji-Q Highland, Fujiyoshida, Japan |
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Eröffnung |
21. Dezember 2001 |
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Link zur Webseite von
Fujikyu Highland |
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Die Mitfahrer bekommen von der Technik im Abschusstunnel
nichts mit, vielmehr sind sie auf ihre eigene Pulsfrequenz fixiert, die bei der
Anspannung durch den Katapultstart in die Höhe schnellt: In Sekunde Null
drückt es die Insassen mit dem vierfachen ihres Körpergewichtes in
die Rückenlehne, nach einer Viertelsekunde hat der Wagen bereits 40
Stundenkilometer erreicht, nach einer Sekunde sind es 140 km/h - wohl dem, der
den Anweisungen Folge geleistet und den Kopf an der Stütze angelehnt hat.
Unaufhörlich drückt es einen in den Sitz, doch bereits nach 60 Metern
ist die Druckkraft wie von Geisterhand verschwunden und das sechs Tonnen
schwere Fahrzeug donnert mit 172km/h aus dem Tunnel über eine
aufgeständerte, stetig ansteigende, etwa 200 Meter lange Schienentrasse.
Bevor der Wagenverbund in die gigantische Steilkurve
einfährt, sackt die Strecke einige Meter in eine Senke ab, leichte
Airtime inklusive, durchfährt in einem weiten Linksbogen einen
Tunnel und neigt sich schließlich im Uhrzeigersinn um die
Längsachse, um den Wagen auf den 270°-Kurvenbogen vorzubereiten.
Dieser ist bis zu 20 Meter hoch und bietet deutlich positive G-Kräfte,
welche die Mitfahrer senkrecht in die Sitze drücken. Zehn, elf Sekunden
dauert diese Kurvenfahrt an, welche immer noch mit Tempo 150 absolviert wird.
Der Kurvenausgang führt sehr bodennah durch einen weiteren Tunnel, dann
erfolgt der Aufstieg auf den 52 Meter hohen Vertikalturm.
Ein 35 Meter langer Vertikalbogen führt den Zug "sanft"
in die Senkrechte, ohne dass die Züge wie beim Prototypen oder beim
Hypersonic XLC zu stark beansprucht werden. Am Wendepunkt wartet eine
Batterie von mechanischen Bremsen, welche die Geschwindigkeit für die
bevorstehende, parabelförmige Überfahrt kontrollieren. Der
180°-Bogen in luftiger Höhe kommt für alle Mitfahrer
überraschend - dem Aufstieg folgt in Sekundenschnelle der Abstieg.
Trotz der wuchtigen Stoßdämpfer zwischen den
Fahrzeugreihen tendieren die Wagen gerade auf dem Hochpunkt des weiten
Parabelbogens zu einem kurzzeitigen Nicken, dennoch weitaus weniger als auf dem
Kurvenzug des früheren Hypersonic XLC. Hier haben die
Achterbahnpioniere von S&S aus den Fehlern gelernt und die
Streckenführung verbessert, auch wenn diese im Vergleich zu den Top
Hats von Intamin bei Weitem nicht so perfektioniert erscheint.
Etwas Ejector-Airtime später fällt der Zug
einige Meter die 90° steile Abfahrt hinab, dann verhindert ein weiterer
vertikal aufgestellter Bogen den Aufprall auf den Boden. Der Wagenverbund wird
am unteren Tiefpunkt in eine weite, durch einen gläsernen Tunnel
geführte Linkskurve geworfen. Wieder unter freiem Himmel reckt sich die
Strecke sehr zügig auf drei, vier Meter Höhe, um einen Fußweg
zu überqueren. Anschließend führt die Abschlussgerade parallel
zur Startstrecke stetig aufwärts direkt hinein in die
Schlussbremse.
Dort wird der Zug etwas unsanft durch mechanische Bremsen
verzögert, um mit gemäßigtem Tempo in rund sechs Metern
Höhe eine S-Kurven-Kombination hinein in das Stationsgebäude zu
absolvieren. Die Fahrt dauert gerade einmal 40 Sekunden, trotz 1100 Meter
langer Gravitationsfahrt. Das Geschwindigkeitsabenteuer nebst vorgeschaltetem
Beschleunigungskick macht jede Sekunde hautnah erlebbar, insbesondere durch die
Tatsache, dass die Strecke sehr bodennah geführt ist und der zweite
Höhepunkt der Fahrt, der 52 Meter hohe Vertikalturm, an den Schluss den
Abenteuers gestellt wurde. |
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Impressionen des
Vertikalturms |
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Dem Vertikalturm folgt eine bodennahe
Steilkurve inklusive Tunneldurchfahrt |
Nach Dodonpa wartete der Achterbahnfan vergeblich auf
weitere Luftdruckcoaster aus dem Hause S&S. So phänomenal der
Antrieb die Mitfahrer in den Sitz presst, so unausgereift erscheint die
Umsetzung von Schiene und Fahrzeuge. 2005 präsentierte der Hersteller aus
Utah Powder Keg, eine umgebaute Familienachterbahn mit Luftdrucklaunch,
die früher einmal ein Water Coaster war. Diese ist mit
standardisierten Achterbahnrollen ausgerüstet und läuft auf weitaus
präziser biegbaren Rundrohren. An die extreme Faszination der beiden vom
breiten Publikum fahrbaren Installationen des Thrust Air 2000,
Hypersonic XLC und Dodonpa, kann das familienkompatible
Gefährt jedoch nicht anknüpfen.
Ein würdiger Nachfolger entsteht vielleicht derzeit am
Nürburgring. Direkt entlang der Start- und Zielgeraden der
Formel-1-Strecke sollen die Rennzüge innerhalb von 2,5 Sekunden von null
auf 217 Stundenkilometer beschleunigt werden, um nach 100 Meter freier Fahrt
auf 120km/h heruntergebremst zu werden. Die baulichen Gegebenheiten an der
Rennstrecke lassen keine ausgiebigen Schienenverläufe zu, und so folgt der
35 Meter hohen Steilkurvenschleife eine geradlinige Rückfahrt zur
Station.
Der Katapultkick am Ring will mit einer Beschleunigung von
über 4g aufwarten. Die erreichte Spitzengeschwindigkeit sollte 2009 einen
neuen weltweiten Geschwindigkeitsrekord markieren. Die vornehmlich von einem
italienischen Produzenten gefertigte Anlage bot zum Formel-1-Wochenende im Juli
2009 eine deutlich gebremste Spitzengeschwindigkeit von 130km/h. Eine Woche
später wurde die Abschusstechnik bei Testläufen auf Top-Speed-Niveau
unter einem ohrenbetäubenden Knall regelrecht zerlegt. Ein Logikfehler in
der Programmierung war die Ursache. Der Schaden war im Herbst behoben, doch
nachdem die Hochgeschwindigkeitstests wieder aufgenommen wurden, folgte der
nächste Crash des Katapultsystems mit weiterem Sachschaden am
Beschleunigungszylinder. Der Eröffnungstermin wurde vom Betreiber auf 2010
verschoben.
S&S scheint trotz derartiger
Rückschläge derzeit volle Auftragsbücher zu haben: Die
chinesische OCT Gruppe hat unlängst zwei weitere gigantische
Katapultachterbahn für ihre Happy Valley Parks in Chenzen und
Peking geordert, welche Ende 2010 beziehungsweise bereits im Juli des gleichen
Jahres eröffnen sollen. Beide Achterbahnen werden 60 Meter hoch und 140
km/h schnell sein, aber unterschiedliche Layouts aufweisen. Neu für diesen
Achterbahntyp von S&S sind Fahrzeuge mit Viererreihen. Für
Stan Checketts und sein Team eine weitere Herausforderung...
Text und Bilder: Coastersandmore - jp |
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