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Maurer Söhne, Pax Zurück zur Einleitung

SBF-Visa, Vekoma, Zamperla

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Layoutvorschlag des Tower Coaster

Bild: SBF-Visa

Cool & Fresh ließ lange auf sich warten, doch im Herbst des letzen Jahres konnte die kleine, mobile Version des Tower Coaster der italienischen Firmengruppe SBF-Visa ihre ersten Fahrgäste durch den Vertikallooping jagen. Das "Schienenrund" bietet als eigentliches Highlight eine Turmkonstruktion, die als Auf- und Abfahrt dient. Der Clou dieser Konstruktion ist der Übergang in den senkrechten First Drop. Statt einer 180° Wende wird das Fahrzeug mit seinen vier Fahrgästen fast auf den Kopf gestellt. Der steilste Punkt misst eine Neigung von 135°, die Schiene verschwindet aus dem Blickfeld. Der Fahrbarkeit wegen wird das Fahrzeug bis zum Erreichen der senkrechten Abfahrt mittels einer durchgängigen Wirbelstrombremse auf Schrittgeschwindigkeit gehalten. Würde der Wagen schon vorher frei nach den Gesetzen der Physik beschleunigen können, wären Werte von über 6g die Folge. In der vertikalen Achse sind diese in Fuß-Kopfrichtung eher gesundheitsbeeinträchtigend. SBF-Visa will das Towerkonzept weiter forcieren: Ein vorgestelltes Layout mit einer Grundfläche von 55 x 22 Metern bietet deutlich mehr Vergnügen als der Prototyp mit seinem Vertikallooping, einer Kehrtwende und sich anschließender S-Kurve. 396 Meter Schiene misst die vorgestellte Loopingschleife, die neben zwei 19 bzw. 15 Meter hohen Vertikalloopings auch eine der Revolution ähnliche Fahrfigur beinhaltet, die durch den ersten Kopfsteher führt.

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3-D-Modell Zugredesign MK1200
Neuer Zug MK1200
Layout Family Inverted Coaster

Bilder: Vekoma

Neues Design MK1200 und Layout Family Inverted Coaster

Das neue MK1200 Zugmodell im Everland Park

Bilder: Vekoma Rides Manufacturing

Am neuen Stand von Vekoma Rides Manufacturing waren gleich mehrere innovative und vielversprechende Konzepte ausgestellt. Die Palette reicht von Weiterentwicklungen im Bereich Family Rides über hochtechnisierte Thrillattraktionen bis hin zu neuen Zugmodellen für bestehende Anlagen.

Interessant für Besitzer von Achterbahnen des Typs MK1200 (z.B. Space Mountain im Disneyland Park Paris) ist ein mittels 3-D-CAD völlig neu entwickeltes Fahrzeugdesign. Neben einem verbesserten Fahrwerk wurde besonders die Ergonomie der Sitze und der Rückhaltevorrichtung grundlegend überarbeitet. Durch die offene Gestaltung wird der Ein- und Ausstieg deutlich erleichtert, was sich auch in der Abfertigungszeit bemerkbar machen dürfte. Die Erstauslieferung wurde zeitgleich zur Messe auf einem Arrow-Loop/Corkscrew im Südkoreanischen Everland-Park installiert.

Auch in der Sparte der familiengerechteren Achterbahnen gibt es Weiterentwicklungen. So wartet das neue Modell des Family Inverters mit zwei Inversionen auf, und vom Flying Dutchman gibt es nun eine kleinere Version. Ebenfalls neu im Portfolio ist der Family Launched Coaster, der mit Abschuss und einem klassischen, L-förmigen out-and-back-Design ausgestattet ist.

Komplettiert wird die Reihe der auf existenten Systemen basierenden Konzepte durch eine Loopingbahn mit zehn Inversionen, die neben Fahrelementen wie Boomerang, Vertikallooping, Horseshoe (mit 140 Grad Querneigung) oder Corkscrew auch mit einem Katapultstart aufwartet.

Tracklayout Single Launched Motorbike Coaster
Rendering Motorbike Coaster
Racing Track Motorbike Coaster

Bilder: Vekoma

Motorbike Coaster: Layout Single Track, Rendering und Racing Track

Links: Vekomas Peter van Bilsen auf dem Motorbike Coaster - Rechts: Der Klassiker Steeplechase

Das Messehighlight war der Motorbike Coaster, der statt herkömmlicher Sitze stilisierte Motorräder bietet. Diese sind prädestiniert für eine Streckenführung mit schnell durchfahrenen, extrem geneigten Kurven und die Verwendung eines Katapultstarts.

Eine Modellstudie zeigt das Konzept als kompakte Racing-Anlage, bei der sich die Fahrzeuge auf parallel verlaufenden Strecken ein Rennen liefern. Dabei können die Fahrzeuge sowohl einzeln als auch im Wagenverbund eingesetzt werden. Trotz ihrer geringen Größe bieten sie selbst Erwachsenen eine ergonomische Sitzposition. Dabei umschließt eine Schale den nach vorne geneigten Oberkörper, die Beine werden von seitlichen Stützen gehalten.

Extreme - besonders seitliche und vertikale - Beschleunigungen sind mit dieser Konfiguration nicht möglich, der Fahreffekt wird sich ganz auf den Abschuss und den Geschwindigkeitseindruck konzentrieren. Mit dieser Entwicklung schließt sich der Kreis zu den Anfängen der Achterbahn-Ära, als die Begeisterung für Pferderennen vor ca. 100 Jahren zu einem regelrechten Boom der Steeplechase-Anlagen führte. Heutzutage sind aus Pferden Motorräder geworden und aus Geschwindigkeiten von ca. 30 Stundenkilometern bis zu 150, doch das Grundprinzip ist das gleiche. Die Erstauslieferung des Motorbike Coaster ist für das Jahr 2005 anvisiert.

Rendering: Vekoma Rides Manufacturing

10-fach Looper mit Launchtrack

Schema des Thrilllifts

Bild: Vekoma Rides Manufacturing

Auffällig ist der häufige Einsatz des Abschussmechanismus. In Zusammenarbeit mit Huisman-Itrec wurde ein hydraulisches Launchkonzept entwickelt, das die bisher im Hause verwendete LSM-Technik ablösen soll. Der Spezialist für Offshore-Equipment und Schwerlastkrane ist seit zwei Jahren Muttergesellschafter der Vekoma Rides Manufacturing. Neben der Antriebstechnik wurden weitere bestehende Konzepte übernommen sowie Konstruktions- und Fertigungsmethoden optimiert. Das auffälligste Beispiel für den Technologietransfer dürfte der neue Thrilllift sein: Eine bei Ölfördertürmen eingesetzte Technik wurde derart modifiziert, dass ein Schienensegment samt Zug vertikal entlang einer Führung mit bis zu vier Metern in der Sekunde in die Höhe transportiert wird. Im oberen Bereich sorgt eine Krümmung der Turmkonstruktion dafür, dass der Track entsprechend des Gefälles des First Drop gedreht wird. In einer Computersimulation wurde bereits ein Modell mit einer Neigung von annähernd 90 Grad und einer maximalen Turmhöhe von 66 Metern präsentiert. Die neuen Konzepte sind zwar auf reges Interesse gestoßen, eventuelle Auslieferungen sind zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht spruchreif.

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Rock 'n' Roller Coaster starring Aerosmith - Vekomas LSM Launch System im Walt Disney Studios Park

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Bestätigt ist für 2004 hingegen eine weitere Auslieferung des Boomerangs: Die Nummer 44 des Verlaufsschlagers eröffnet im Spätsommer mit dem neuen Metropolitan Park bei Beirut im Libanon. Dazu kommen zwei customized Junior Coaster: Im Frühjahr debütiert im belgischen Bobbejaanland die erste Version mit neugestalteten Zügen, im Herbst folgt die Anlage in der Huanan Mall in China. Auf der EAS wurde zudem der Abverkauf eines weiteren, 335 Meter langen Junior Coaster wie auch eines Family Suspended Systems an den englischen Freizeitpark Pleasurewood Hills vermeldet. Der Family Suspended Coaster ist die erste Installation seiner Art in Europa (nach Anlagen u.a. für Paramount's in den USA) und wartet mit einer Streckenlänge von 342 Metern auf. Den Abschluss bildet ein Standard-SLC für den Magic Springs and Crystal Falls Vergnügungspark in den USA.

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Disk´o in Action

Bild: Zamperla

Der italienische Hersteller Zamperla trifft in letzter Zeit mit kleinen Familienfahrgeschäften exakt den Nerv der Zeit. Auf der IAAPA 2002 in Orlando wurde Rockin' Tug vorgestellt, bei dem ein Boot über eine U-förmige Schiene schaukelt und dabei um seine Hochachse rotiert. Von diesem Ride konnten seitdem weltweit über 50 Exemplare verkauft werden, davon 15 alleine in Europa.

Die Weiterentwicklung namens Disk´o wurde ein Jahr später an gleicher Stelle präsentiert und verspricht ein ähnlicher Erfolg zu werden. Der Fahrgastträger ist nun eine Scheibe, an deren Rand 24 neuartige Sitze mit Blick nach Außen montiert sind. Sie erlauben dem Passagier weitgehende Bewegungsfreiheit, und man hat die Wahl, die Beine nach hinten anzuwinkeln oder nach vorne über den Rand der Scheibe hinauszustrecken. Die Fahrt ist magenfreundlich aber rasant, und sie erfährt einen besonderen Kick, wenn die Gondel leicht über das Ende der Schiene in gut acht Metern Höhe hinausschwingt.

Als mobile Anlage ist Disk´o mit einer Frontlänge von 22 Metern und einer Tiefe von knapp 10 Metern vielseitig platzierbar. Es passt komplett auf einen Transport und ist mit einem Anschlusswert von 39kW für die Motoren und 15kW für die Beleuchtung durchaus sparsam. Eine Parkversion ist ebenfalls lieferbar. Seit November 2003 konnten bereits sieben Verkäufe verbucht werden, davon drei in Europa. Mit dem Verrückten Albatros eröffnet zum Beispiel 2004 eine Version im dänischen BonBon Land, welches im letzten Jahr mit Vild Svinet den ersten Gerstlauer Euro-Fighter präsentierte. Ebenfalls verfügbar ist eine Version mit 40 Sitzen, einer Frontlänge von knapp 38 Metern und einer Schienenhöhe von gut 15 Metern. Mit dieser steigt die theoretische Kapazität von 600 auf 1000 Personen pro Stunde. Weitere Entwürfe sehen ein Gondeldesign als Skateboard bzw. weihnachtlichen Schlitten vor, womit sich das Konzept wieder dem Vorgänger Rockin´ Tug nähert.

Bild: Zamperla

Mobile Version des Disk´o

Mit Volare hat Zamperla einen vielversprechenden, kompakten Flying Coaster im Programm. Die erste Auslieferung erfolgte 2002 an Six Flags Elitch Gardens in Denver, Colorado. Die Version für den Schausteller Heinrich Koidl im Wiener Prater ist fertig montiert und wartet derzeit auf ihre TÜV-Abnahme, während der Aufbau der Bahn für Paramount Canada's Wonderland in Ontario gerade begonnen hat. Eine weitere Auslieferung erfolgt gegen Ende des Jahres an den Playland Park in New York. Sollte sich das Design bewähren, wäre Volare sicher eine überlegenswerte Ergänzung im Achterbahnsortiment diverser Freizeitparks.

Von der Euro Amusement Show 2004 in Paris berichtete Jochen Peschel

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