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Vereinigte Arabische Emirate - Die Wüste lebt (doch)?! |
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Links: Yas Island mit Ferrari World und
dem Yas Marina Circuit aus der Vogelperspektive - Rechts: Das Layout des
Katapultcoasters Formula Rossa von Intamin |
Universal Studios, Ferrari, Warner Brothers - illustre
Namen der Freizeitparkindustrie gieren nach neuen Besucherscharen. Diese werden
zukünftig in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermutet. 2005 sollte
bereits der erste Park ans Netz gehen, doch Planungs- und seit 2008 auch
Finanzierungsschwierigkeiten haben den Traum bis heute nur teilweise
Wirklichkeit werden lassen. Zum Ende des Jahres 2010 eröffnete der erste
Mega-Themenpark: Die Ferrari World Abu Dhabi klotzt förmlich mit
Rekordachterbahnen. Doch der Erfolg ist fraglich, der Themenpark bislang der
einzige seiner Art in der Wüstenregion. Die Mehrheit der angestrebten
Projekte wurde bereits eingestellt.
Vor sechs, sieben Jahren war die Euphorie groß: Im
Jahre 2003 wurden vollmundig die ersten Parks für das Dubailand
angekündigt. Inmitten eines 140 Quadratkilometer großen
Wüstenareals, an der Ausfallstraße zwischen den Emiraten Dubai und
dem 150 Kilometer entfernten Abu Dhabi gelegen, sollten gleich mehrere Shopping
Center, Freizeitparks, Hotelanlagen und Sportarenen Heerscharen von Besuchern
anziehen.
Die Themenparks wurden vor allem von den europäischen
Top-Herstellern umworben, Verträge geschlossen und Anlagen konstruiert,
doch zur Auslieferung kam es selten. Die Fata Morgana in der Wüste blieb
nur ein Trugbild, die voreilig aufgepumpten Projekte wurden meist eingestampft,
verschoben oder auf einen Bruchteil ihres ursprünglich geplanten Umfangs
zusammengestrichen. |
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Links: Dubais Marina mit im Bau
befindlichen Wolkenkratzern - Rechts: Der Burj Khalifa, das mit 830 Metern
höchste Gebäude der Welt |
Heute findet der Besucher im bislang selbst infrastrukturell
kaum erschlossenen Dubailand eine FIA-lizenzierte
Autorennstrecke, Ski Dubai und ein Amphitheater. Die angekündigten
Achterbahnen können bis auf eine Ausnahme ausschliesslich auf einem
staubigen Lagerplatz in Einzelteilen gesichtet werden: Geliefert und nicht
aufgestellt.
Im Spätsommer 2009 ging dann aber doch ein kleinerer
Park in Betrieb: Mit der Sega Republic eröffnete Ende August 2009
in der Dubai Mall am Fusse des Burj Khalifa, dem höchsten
Gebäude der Welt, zwischen einem Kinokomplex und Kinderspielplatz die
Spielwiese für Videogames-Fanatiker. Angelehnt an den Indoor Themenpark
Joypolis in Tokio findet sich auf einer umbauten Fläche von drei
Fussballplätzen neben unzähligen Virtual Reality Simulatoren und
Videospielen der Spinning Coaster Spin Gear der deutschen Firma
Gerstlauer. Die kompakte und äußerst abwechslungsreiche
Achterbahn führt auf 380 Metern teilweise durch die Dunkelheit und
über die Köpfe der Besucher der Sega-Themenwelt hinweg.
Dubailand ist der Oberbegriff eines gigantischen,
über 100 Milliarden Dollar Projekts von Wohnungen, Hotels und
Freizeitzonen, eingebettet in einer kunterbunten Themenwelt. Das
Gigantomanieprojekt entspringt der Vision von Dubais Regenten und
Premierminister Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum. Der
Milliardär verfolgt das ergeizige Ziel, den Wüstenemirat zum
Drehkreuz der Welt ausbauen. Ob Flughafen, Gewerbestandort oder Tourismusmagnet
- aus dem ehemaligen Fischerdorf sollte in Windeseile eine Mega-Metropole
werden. Die Stadt gleicht noch immer einer riesigen Baustelle, doch gerade
viele Projekte wurden ausgesetzt oder halbfertige Bauten ihrem Schicksal
überlassen.
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Links: Gerstlauers Spinning Coaster "Spin
Gear" - Rechts: Ausschnitt aus der Sega Republic |
Im Herbst 2008 erlitten viele der laufenden und auch ernst
zu nehmenden Projekte einen starken Dämpfer: Der in Dubai staatlich
vorangetriebene Bauboom kannte bis dato keine Grenzen. Mit der Finanzkrise im
Herbst 2008 fielen die durch Spekulationen in astronomische Höhen
angewachsenen Immobilienpreise ins Bodenlose. Der Bau von Wohnungen auf einer
extra aufgeschütteten Insel erscheint plötzlich nicht mehr lukrativ
genug. Es lasten nach Schätzungen rund 70 Milliarden Schulden auf den
Immobilienfirmen des Landes, die erhofften Einnahmen bröckeln stetig
weiter. Dem Emirat Dubai fehlt es seitdem an Geld, die gigantischen Parks wie
geplant durch Immobilien-Abverkäufe zu finanzieren. Viele eilig
hochgezogene Bauten stehen fast komplett leer - selbst beim Aushängeschild
Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, ist die Nachfrage
eingebrochen.
Die Entwickler hinter dem Dubailand, Nakheel
und Tatweer, kochen seit der Krise auf Sparflamme. Vor allem die
aberwitzigen Freizeitparks inmitten der Wüste hat es getroffen. Der Bau
der Universal Studios wurde ausgesetzt, fast sämtliche
Planungsingenieure verloren ihre Jobs von einem Tag auf den anderen. Weitere
milliardenschwere Projekte wurden kurzerhand eingestellt: Six Flags,
Dreamworks, Marvel Park, Busch Gardens, Sea World
und das Legoland existieren nur noch auf dem Papier.
Ein kleiner Lichtblick folgte im Frühsommer 2011:
Tatweer gab bekannt, die Zusammenarbeit mit Universal fortsetzen
zu wollen. Genauere Details oder ein geplantes Eröffnungsdatum sollen zu
einem späteren Zeitpunkt nach Absprache mit Universal bekanntgeben
werden. Zudem steht auch das Legoland im Fokus einer Realisierung.
Sämtliche andere Projekte, unter anderem Six Flags Dubai oder der
Marvel Park, werden nicht mehr fortgesetzt.
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Die Palmeninsel
Jumeirah bietet auf 560 Hektar Grundfläche neben dem Atlantis Hotel nebst
angeschlossenem Wasserpark eine eigene Monorail und hunderte neuer
Apartments |
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Während die Ampeln für das Dubailand auf
Rot-gelb stehen, eröffnete der "Mitbewerber" im Emirat Abu Dhabi den
ersten und bislang einzigen Themenpark der Region. Auf Yas Island, einer
25 Quadratkilometer großen Insel vor Abu Dhabi, entstand eine
fünfeinhalb Kilometer lange Formel 1 Rennstrecke mit Yachthafen,
welche das Flair Monacos in die Wüste brachte. Der erste Formel 1 Grand
Prix auf dem Yas Marina Circuit im November 2009 war ein voller Erfolg.
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Links: Der F430 Spider des Fiorano GT
Challenge von Maurer Söhne - rechts: Themenhalle mit Achterbahnen und
Freifallturm aus der Vogelperspektive |
Die Erschließung der Insel wurde durch den Themenpark
Ferrari World nebst Hotel Resorts und zwei Golfplätzen weiter
vorangetrieben. Eine Shopping Mall und ein Wasserpark mit 33 Rutschen sollen in
den nächsten Jahren folgen. Das 25 Hektar große Ferrari-Areal
soll einerseits den Flair und die Kultur Italiens widerspiegeln, gleichzeitig
aber auch die Autohistorie und die Rennsporterfolge von Ferrari
festhalten. Der Themenpark, dessen Eröffnung ursprünglich zur Formel
1 Premiere 2009 geplant war, folgte mit einem Jahr Verzug.
Ferrari World Abu Dhabi ist ein gemeinsames Projekt
zwischen dem italienischen Automobilhersteller und der einheimischen
Grundstücksfirma Aldar Properties. Die Insel wurde von der
Regierung an die 2001 gegründete Holding Aldar übergeben. Das
Unternehmen hält aktuell fünf Prozent der Anteile an Ferrari.
Das ambitionierte Projekt wirkt weitaus erwachsener als die
kunterbunten Plastik-Träume in Dubai: In einer gigantischen, knallroten
Themenhalle werden über ein Dutzend Attraktionen auf insgesamt neun Hektar
umbauter Fläche den Besuchern angeboten, darunter ein Ferrari
Museum, ein Paraglider Simulator aus dem deutschen Hause Huss, der zu
einem Rundflug über die Schönheiten Italiens einlädt, Factory
Experience und Racing Legends, zwei Themenfahrten mit Hardware von
Mack Rides, eine Wasserbahn von Hafema und ein knapp 60 Meter
hoher Huss-Freifallturm mit Ausfahrt in die Wüstensonne. Zudem ging
mit Speed of Magic eine aufwendige Themenfahrt mit beweglicher
Simulatonsplattform von Oceaneering, welche bereits das Fahrsystem
für den Darkride DarKastle im Busch Gardens Europe in den
USA lieferten, an den Start.
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Links: Der Achterbahn Formel 1 Ferrari im
2008 Design in der Launchphase - Rechts: Präsentation Anfang Mai 2010 in
Barcelona zusammen mit Fernando Alonso, Stefano Domenicali - Team Chef der
Scuderia Ferrari - und Felipe Massa |
Betritt man das umbaute, vollklimatisierte Indoor-Areal wird
jedoch deutlich, dass das futuristische Design und Ambiente eher einer
übergroßen Shopping Mall gleicht. Fast alle Attraktionen wurden
nochmals in eigenen, von aussen sehr steril wirkenden Pavillons unter dem
knallroten Ferrari-Dach platziert. Die Designer von Jack Rouse
verzichteten fast komplett auf die Interaktion der Bahnen mit dem
Besucherströmen. Selbst die Wildwasserbahn V12 von Hafema
wurde komplett eingehaust.
Das ambitionierte Projekt trumpft zwar mit interessanten
Ansätzen auf, doch das ausufernde Budget von mehreren hundert Millionen
Euro liess einen deutlich höheren Präsentationsstandard erwarten.
Während die drei Achterbahnen mit Superlative oder interessanten
Ausstattungselementen aufwarten, vermögen die vier Darkrides bis teilweise
auf die Ausnahme Speed of Magic nur beliebig zusammengestellte Fahrten
durch minimalistische Kulissenwände zu bieten. Erwartungen an
Disney- oder Universal-Standards werden in der Ferrari
World nicht bedient. Insbesondere die Wildwasserbahn von Hafema,
welche eine Fahrt durch einen Ferrari Motor darstellen soll, enttäuscht
durch karge Kulissen und ein sehr einfallsloses Layout. Das Layout bietet
direkt zu Beginn einen Vertikallift, die drei etwa vier Meter hohen Abfahrten
erscheinen nur noch als Beiwerk. Gleichzeitig ist die Bahn von technischen
Mängeln geplagt und temporär aufgrund Sicherheitsbedenken stillgelegt
worden.
Die Highlights bilden die drei Achterbahnen unter der
Wüstensonne. Während die Stationen über gläserne Gangways
erreicht werden und der Einstieg in futuristisch anmutenden Bahnhöfen
stattfindet, spielt sich das kurzweilige Fahrtgeschehen auf und über dem
heissen Wüstenboden statt. Die Streckenführungen wurden dabei auf
abgeschlossenen, für den Besucher nicht zugänglichen Geländen
platziert, wobei auf weitere Thematisierungen verzichtet wurde.
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Links: Die dreigliedrigen Fahrzeuge rollen
bei der Fiorano GT Challenge aus der Doppelstation direkt in die ersten
LSM-Beschleuniger - Rechts: Fiorano GT Challenge in Aktion |
Intamin lieferte mit Formula Rossa einen 2070
Meter langen Katapultcoaster, der die zwei Züge mittels
Hydraulikantrieb innerhalb von viereinhalb Sekunden auf 240 km/h beschleunigt.
Dabei erfahren die 16 "Rennfahrer" in ihrem zu einem Formel 1 Ferrari
ausgebauten Achterbahnzug eine Beschleunigung von bis zu 1.7g, welche durch
einen 20.000 PS starken Katapultantrieb gewährleistet wird. Dieser stellt
jedes bisherige Achterbahn-Aggregat in den Schatten. Das Antriebsgebäude
am Fuße des ersten Hügels nimmt mit Winde, Tanks,
Stickstoffbehältern und Transformatoren locker die Größe eines
Tennisplatzes ein.
Der Zug wurde bereits ein halbes Jahr vor der Eröffnung
medienwirksam zum Formel 1 Grand Prix in Barcelona vorgestellt. Formula
Rossa bietet eine Spitzengeschwindigkeit von 240km/h und damit einen neuen
Weltrekord unter den Achterbahnen. Der bisherige Rekordhalter, die 206
Stundenkilometer schnelle Kingda Ka, ebenfalls von Intamin, wurde
deutlich in die Schranken verwiesen. Neben der Geschwindigkeit dominiert auch
die Streckenlänge: Die über zwei Kilometer lange Achterbahn ist die
drittlängste Stahlachterbahn der Welt. Die Fahrzeit beträgt
aufgrund des Kickstarts und der extrem hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von
rund 130km/h gerade einmal eine Minute. Zur Sicherung der Fahrgäste werden
wie bei den ersten beiden Intamin Hydraulik-Katapulcoastern
Bauchbügel verwendet.
Das Layout von Formula Rossa ist angelehnt an
Desert Race im Heide Park, bietet jedoch aufgrund der
Geschwindigkeit deutlich größere Kurvenradien wie auch mehrfache
Airtime auf Camelbacks und Bunny Humps. Die
weitäufigen Kurvenbögen wurden mit knapp zwei Metern Höhe sehr
bodennah platziert, um das Geschwindigkeitsgefühl bewusst zu
unterstreichen. Intamin verwendet wie bereits auf dem Gigacoaster
Intimidator 305 in
den USA ein neues Schienensystem, welches den langjährig verwendeten
Fachwerkträger auf Bahnen dieses Kalibers ablöst. Dabei wird eine
Doppelrohrunterkonstruktion genutzt, die größere Abstände
zwischen den Stützen ermöglicht. Dies verhilft zu einem deutlich
schlankeren Erscheinungsbild der bis zu 52 Meter hohen Camelback-Figuren.
Gleichzeitig garantiert die neue Schiene ein extrem ruhiges Fahrgefühl.
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Die bodennahen, keine
zwei Meter über dem Boden platzierten Steilkurven bestimmen neben den
Airtime-Hügeln das Layout von Formula Rossa - im Hintergrund in die Launch
Strecke und der Indoor Themenpark zu sehen |
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Mit bewährter Hydraulik-Technik werden die zwei
viergliedrigen Formel 1 Züge auf der 140 Meter langen Katapultstrecke
hochbeschleunigt. Von null auf Höchstgeschwindigkeit in gerade einmal
viereinhalb Sekunden. Weitere zwei Sekunden später schiesst der Zug
über eine steil aufsteigende Rampe in die Höhe. Dass auf dem ersten,
rund 50 Meter hohen Airtime-Hügel bereits eine Magnetbremse den Zug
rund 50 Prozent seiner initialen Energie raubt, ist ein kleiner
Wehrmutstropfen. Das Layout aus Steilkurven und weiten Camelbacks mit
Schwerelosigkeits-Airtime hätte sonst nicht auf dem vorgesehenen
Gelände platziert werden können. Trotzdem bietet der eingebremste
Hügel gute Ejector-Airtime ohne Kompromisse - durch den Verzicht
auf Schulterbügel erzielt das auf wenigen Stützen ruhende
Fahrelement extreme Adrenalinschocks, wobei der Wagenzug nach der Kuppe noch
schlagartig in eine stark abfallende Steilkurve einbiegt, die gerade einmal
zwei Meter über dem Wüstenboden in einem über 160km/h schnellen
Kurvenzug endet. Mit bis zu 4g Vertikalbeschleunigung werden die
Mitfahrer in die Sitze gepresst, bis Kurvenauffahrten und Richtungswechsel
kurzzeitig für weitere Schwerelosigkeit sorgen.
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Links: Mit 160km/h durch die Kurven von
Formula Rossa |
Neben Formula Rossa wirkt die zweite
Großachterbahn fast wie ein Kinderspielzeug. Maurer Söhne ist
Lieferant der Fiorano GT Challenge, welche sich als duellierende
Achterbahn präsentiert. Statt in einem Formel 1 Ferrari sitzen die
Mitfahrer in einem Ferrari F430 Spider, wobei drei Fahrzeuge durch
Kupplungsstangen kombiniert sind. Die beiden jeweils 1050 Meter langen Layouts
sind größtenteils parallel geführt, um die Illusion eines
Straßenrennens zu bieten. Jede Strecke besitzt dazu vier
Launchabschnitte, die mit LSM Statoren ausgerüstet den dreigliedrigen Zug
immer wieder auf Höchstgeschwindigkeit von bis zu 95km/h beschleunigen.
Neben der immer wieder kehrenden Beschleunigung von recht zaghaften 0.5g
(üblicherweise erreichen heutige Standard LSM-Coaster etwa 1g) erfahren
die Insassen auch Verzögerungen in extra platzierten Bremsstrecken. Die
Kombination von Beschleunigs- und Bremsabschnitten bietet ein hautnahes "Race
Feeling" mit Kick Starts, Zwischenbeschleunigungen und
Überholmanövern. Das Layout präsentiert sich dabei
äußerst bodennah - kein Bahnpunkt überschreitet die 13
Metermarke. Kurioserweise wurden viele Kurven bewusst nicht quergeneigt, so
dass die Passagiere im Gegensatz zu Formula Rossa hohe
Querbeschleunigungen von bis zu 1.5g erleben. Derartige Werte finden sich heute
auf modernen Achterbahnen nur bei den Wilden Mäusen. Der Fahrtkomfort
selbst wirkt dadurch recht ruppig, die Mitfahrer finden jedoch in bequem
gepolsterten Sitzen mit Bauchbügen platz.
Die Ferrari World hat Potential zum Durchstarten - es
bleibt abzuwarten, ob die Besucher das ambitionierte Projekt annehmen werden.
Der Betreiber rechnete bei Eröffnung mit bis zu drei Millionen Besuchern
pro Jahr - ein höchst ambitioniertes Ziel, wenn im Schnitt bislang nach
Brancheninsidern nur etwa 1000 Besucher täglich den Weg in die voll
klimatisierte Ferrari Halle fanden. Letztendlich hat Abu Dhabi mit dem
Themenpark jedoch das geschafft, was im Dubailand seit Jahren
erträumt wird. Dort sollte bereits zum Jahresende 2008 ein Motorsport
Themenpark eröffnen. Von allen angekündigten Projekten in Dubai war
es das Fortgeschrittenste. Der 20 Hektar große F1-X sollte unter
offizieller Lizenzierung von Bernie Eccelstones Formel 1-Zirkus
eine Mixtur aus Achterbahnen und kleineren Karussells auf einem eng an die
Rennstrecke angegliederten Außengelände bieten. 2009 wurden
sämtliche Arbeiten gestoppt, obwohl bereits viele Vergnügungsanlagen
(unter anderem ein Möbius Racing Coaster von Intamin)
ausgeliefert wurden und das Projekt zu etwa der Hälfte fertig gestellt
war. Die Entwicklungsfirma Union Properties hatte die Notbremse gezogen
und bestätigt, dass ein neuer Investor für das 350 Millionen Projekt
gesucht werden würde. 2010 informierte Formel 1 Boss Bernie
Eccelstone in einem Interview, dass F1-X nicht mehr realisiert
werden würde.
Ein weiterer groß angekündigter Themenpark wurde
wieder eingestampft und dass obwohl bereits weit über 100 Millionen Dollar
investiert wurden. Interessant erscheint dabei die neueste Meldung, dass die
Ferrari World zwei kleinere, für den F1-X von der
amerikanischen Firma Premier Rides bereits hergestellte und gelieferte
Achterbahnen erworben hat: Auf dem Oldtimer Coaster beschleunigen und
bremsen die alten Rennboliden auf einem 600 Meter langen, verwinkelten Layout
und brechen sogar in den Kurven aus. Die Fahrzeugdesigns sehen sehr
vielversprechend aus und wurden erstmals auf der IAAPA 2009, der
weltgrössten Branchenmesse zum Thema Achterbahnen in Las Vegas,
vorgestellt. Bei der zweiten Anlage handelt es sich um einen kleinen Inverted
Junior Coaster. |
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Die 2070 Streckenmeter
von Formula Rossa in gesamter Breite |
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Projekte in Dubai und Abu Dhabi (Stand
Herbst 2011) |
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Ferrari
World, Yas Island
In-
und Outdoor Park mit Ferrari Museum, Simulatoren, Fahrschulen, Free Fall Tower
und Achterbahnen mit Weltklassestatus - ein LSM Launch Coaster von Maurer
Söhne mit zwei duellierenden Strecken sowie der mit 240km/h weltweit
schnellste Katapultcoaster von Intamin |
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Eröffnung:
04. November 2010
Planung
Themenpark: Jack Rouse Associates, USA, u.a. Harbor Land, Ningbo, China
Entwickler:
Aldar
Status:
Geöffnet - verschiedene Attraktionen nicht im Betrieb |
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Universal Studios Dubailand, Dubailand
Der
200 Hektar große Themenpark Universal Studios Dubailand stützt sich
auf bekannte Ride-Lizenzen der NBC Gruppe, u.a. Jurassic Park River Adventure
und Revenge of the Mummy. |
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Geplante
Eröffnung: 20??
Voraussichtliches
Budget: 2 Milliarden Euro
Entwickler:
Tatweer, Entwickler Dubailand
Status:
Bau und Projektierung bis auf weiteres gestoppt |
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Warner
Brothers Themenpark, Yas Island
Filmpark
mit Shows, Wasser- und Achterbahnen unter der Lizenzierung von Warner Brothers
inklusive Kino- und Hotelkomplex. Highlight könnte ein Indoor Coaster mit
Batman Thematik werden. |
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Geplante
Eröffnung: 201?
Entwickler:
Aldar
Status:
in Planung |
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Wasserpark,
Yas Island
14
Hektar großes Mekka mit 33 Wasserrutschen und beeindruckender
Thematisierung: Die Besucher betreten die Welt der jungen Perlentaucherin Dana.
Das 165 Millionen US-Dollar Investment wird nur einen Steinwurf von der Ferrari
World entfernt sein und mit dem Vekoma Splash Party Coaster sogar eine
Achterbahn aufbieten. |
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Geplante
Eröffnung: Anfang 2013
entwickler:
Aldar Properties
Betreiber:
Farah Leisure Parks Management
Status:
Im Bau |
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Rendering des weiterhin geplanten F1-X
Themenparks in Dubai |
Die Planungsbereitschaft in den Vereinigten Arabischen
Emiraten kannte bis zum Herbst 2008 keine Grenzen. Gerade im Dubailand
waren neben Motorsport- und Filmparks noch weitere ambitionierte Pojekte
vorgesehen. Marvel, 2008 mit Iron Man erfolgreich als
ausführendes Produktionsstudio ins Filmgeschäft eingestiegen, plante
gleich einen ganzen Themenpark rund um seine Comic Superhelden. Und selbst die
angeschlagene Six Flags Gruppe wollte sich im Dubailand
positionieren, gigantische Holzachterbahnen und ein Launch
Coaster mit Kingda Ka "Grösse" inklusive.
Lizenzgeber Universal hatte 2008 mit den Erdarbeiten
für einen Studio Park in Dubai begonnen. Das bekannte Universal
Eingangstor stand bereits, die Lagune inmitten des Parks wurde schon im
Wüstensand ausgehoben. Aktuell sind die Arbeiten unterbrochen,
Verträge mit Lieferanten wurden auf Eis gelegt und eine Fortführung
des Projektes fraglich. Im Frühsommer 2011 nahm der Entwickler die
Gespräche mit Universal wieder auf.
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Yas Island Wasserpark |
Hauptsächlich sind Kopien aus den US-Parks geplant, wie
zum Beispiel der Indoor Coaster Revenge of the Mummy, die Waterworld
Stuntshow, ein als Rapid River gestaltetes Jurassic Park River
Adventure (die deutsche Hafema lieferte beispielsweise eine
ähnliche Anlage nach Universal Sentosa) oder der duellierende
King Kong Coaster im "inverted Design", welcher an den Schweizer
Hersteller Bolliger&Mabillard vergeben wurde. Insgesamt fünf
Themenereiche sollen realisiert werden: Hollywood, New York,
Surf City, Epic Adventures und Legendary Heroes wollen
gemeinsam um die Gunst der Besucher buhlen. Das kulturelle Gut der Vereinigten
Arabischen Emirate sollte in Fahrgeschäften wie Eighth Voyage of Sinbad
und Aladdins Magic Carpet Ride berücksichtigt werden.
Die Realisierung des Dubailands steht noch in den Sternen,
in Abu Dhabi wird dagegen kräftig weiter gebaut: Für die Phase 2 auf
Yas Island entsteht derzeit ein grosszügiger Wasserpark inklusive
eines Splash Party Coaster der niederländischen Firma Vekoma
Manufacturing. Das Herzstück der Anlage werden jedoch 33 Wasserutschen
bilden, davon vier an der Zahl, welche bislang eine weltweite Premiere
darstellen sollen. Einzigartig wird auch die Perlen-Tauchershow sein, welche
das traditionelle Leben in den Emiraten vor der Ära des
Öl-Wohlstandes aufzeigen wird. Und selbst die Planungen für einen
zweiten Themenpark wurden wieder aufgenommen: Mit dem Warner Brothers
Themenpark soll Yas Island zu einem Resort ausgebaut werden.
Text: Coastersandmore - jp, ng Bilder: Aldar,
Ferrari World, Dubailand, F1-X, Coastersandmore |
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