Harry Potter rettet alle – auch in Sachen Besucheraufkommen stagnierende Themenparks: Trotz des ehrgeizigen Plans und einer Armada von beeindruckenden Attraktionen litt das im Jahre 1999 eröffnete Islands of Adventure in direkter Nachbarschaft zu den Universal Studios Orlando unter niedrigen Besucherzahlen. So zog der Themenpark im Jahre 2009 gerade einmal viereinhalb Millionen Besucher an, während das benachbarte Magic Kingdom, der beliebteste Disney-Themenpark in Orlando, alleine über 17 Millionen Besucher begeistern konnte. Ein Rettungsanker fand sich für Universal im erfolgreichsten Film-Franchise der letzten Jahre. Im Sommer 2010 eröffnete die Zauberwelt von Harry Potter. Das 250 Millionen US-Dollar Investment bietet eine real gewordene Kulissenwelt der beliebtesten Schauplätze der Filmreihe. Als Hauptattraktion wartet im Hogwarts-Schloss eine hochmoderne Themenfahrt, welche Robotertechnik und Endlosfahrsystem miteinander kombiniert. Die Besucher können dort auf einer fliegenden, viersitzigen magischen Sitzbank Harry Potter und seinen Freunden durch Real- und Filmszenen folgen. Die magische Anziehungskraft des Potter-Universums lockte bereits am Eröffnungstag zehntausende Fans - der Park wurde wegen Überfüllung geschlossen. Ein halbes Jahr nach Eröffnung des neuen Themenbereiches verbuchte Universal einen Besucherzuwachs um 36 Prozent. Und dem nicht genug: Magische Zauberstäbe, Butterbier und Hogwarts Kleidung spülten binnen von sechs Monaten rund 50 Millionen US-Dollar zusätzlichen Umsatz in die Kassen, die Themenhotels sind fast gänzlich ausgebucht. Grund genug für die Verantwortlichen, den Themenkomplex in den nächsten Jahren zu erweitern. Die Gerüchteküche brodelt bereits seit längerem, doch eine aktuelle Meldung der Pressestelle von Universal Orlando scheint einen ersten offiziellen Hinweis auf die Örtlichkeit des Potter-Ausbaus zu geben: Am 2. Januar 2012 wird im Nachbarpark, keinen Kilometer Luftlinie von der Potterwelt entfernt, die Attraktion Jaws schliessen. Die Bootsfahrt um den Weissen Hai nach dem gleichnamigen Film von Steven Spielberg nahm eine grosszügige Fläche im Filmpark ein, welche nun Platz für den jungen Zauberer zu machen scheint. Die Idee klingt verrückt, aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht absolut realistisch: Auf der Fläche von Jaws und des Themenbereiches Amity Ville soll die London-Location der Potter Filme mitsamt der Diagon Alley, dem Gasthaus Leaky Cauldron und der Zauberbank Gringotts entstehen. Diese beherbergt sogar eine unterirdische Achterbahn – prädestiniert für eine Themenpark-Attraktion. Selbige soll nun in den Universal Studios Orlando errichtet werden, wobei Universal scheinbar auf einen neuen, bereits patentierten Technologieclou setzen will: Die Achterbahn wird mit einem Motion-Simulator kombiniert, indem Bewegungsplattformen an diskreten Bahnpunkten den Achterbahnwagen aufnehmen. In Kombination mit 360°-Projektionen innerhalb eines Imax-Dome ähnlichen Theaterraumes könnte die Show perfektioniert werden, während der Zug im nächsten Moment urplötzlich aus dem Raum katapultiert wird. Alles sieht nach einer Kreuzung von Mummy Coaster und der Spiderman-Attraktion aus dem Hause Universal aus.
Der Clou des Potter-Ausbaus liegt jedoch nicht nur in der Achterbahn, sondern in einem beständigen Gerücht, welches seit einiger Zeit durch das Internet geistert: Der Gast könnte im London Abschnitt in der King’s Cross Station wie Harry Potter auf dem Bahnsteig 9/3/4 in eine Art Hogwarts Express Monorail steigen, um in Richtung Zauberschule aufzubrechen. Diese befindet sich im Nachbarpark. Somit wird die räumliche Trennung der Megaattraktionen Teil der Geschichte. Was vielleicht aus Grund des Platzmangels entstand, könnte ein finanzieller Geniestreich werden. Die Gäste bevölkern dann nicht nur die derzeit gut gefüllten Islands of Adventure, sondern würden auch im Nachbarpark Geld in die Kasse spülen – schliesslich benötigt der Gast für jeden Park ein eigenes Ticket...
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