Neues Jahr – neues Glück. Das muss zumindest die Devise des ring°werk sein, das schon seit mehreren Jahren erfolglos auf die Eröffnung der (nicht mehr) Rekordachterbahn ring°racer hofft. Tatsächlich schien es im September 2011 fast soweit zu sein: Der TÜV hatte die Anlage erfolgreich abgenommen. Laut Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler „fehlt eine Reihe von prüfungsfähigen Unterlagen, unter anderem technische Dokumentationen, bautechnische und weitere Nachweise, etwa die abschließenden Prüfberichte der Sachverständigen sowie Gefährdungsbeurteilungen“. Welche Unterlagen genau fehlen, war weder von der Kreisverwaltung noch vom Betreiber in Erfahrung zu bringen. In den bisherigen Wintermonaten gab es weitere Nachrichten aus der Eifel. Das ring°werk schränkt seine Öffnungszeiten erheblich ein, was mit einer Reduzierung des Personalbestands einhergeht. Für Aufsehen sorgte auch eine Aussage von Karl-Heinz Steinkühler, dem Sprecher der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), in der Rhein-Zeitung, dass man mit der Achterbahn ring°racer derzeit nicht mehr kalkuliert. Auf Nachfrage stellt er die Aussage klar: Sie sei nicht so zu verstehen, dass man nicht mehr von einer Eröffnung der Achterbahn ausgehe. Vielmehr seien nur die Geschäftspläne derzeit auf einen Betrieb ohne die Anlage ausgelegt. Doch die Verwirrung geht weiter: Inzwischen hat das Land Rheinland-Pfalz hat den Pachtvertrag mit der NAG gekündigt. Nicht allzu weit entfernt macht wenigstens der Bau der Wildwasserbahn „Zum Rittersturz“ im Wild- und Freizeitpark Klotten gute Fortschritte, die Eröffnung ist für das Frühjahr vorgesehen. Es soll Deutschlands höchste, steilste und schnellste Wildwasserbahn werden. Fraglich ist, ob dies lange so bleiben wird, denn etwas weiter nördlich ist das Phantasialand mit großen Schritten dabei, seine beiden Wildwasserbahnen abzureißen. Alles andere als ein Ersatz durch eine typgleiche Anlage wäre eine große Überraschung, würde dies doch eine signifikante Lücke im Attraktionsportfolio bedeuten. Da aber auch bereits die Casa Magnetica den Baggern zum Opfer gefallen ist, steht eine große Fläche zur Verfügung, die einige Optionen bietet. Bei der vermuteten Größe des Projekts käme eine Eröffnung noch im Jahr 2012 allerdings eher überraschend. Definitiv erst 2013 wird das neueste Projekt des Europa Parks eröffnen. Es handelt sich laut Badischer Zeitung um eine 3000 Quadratmeter große Halle mit „Dunkelfahrtachterbahn mit Kinderkarussell und Kind-Freefall-Tower“ – ein Schelm, wer dabei an Wuze Town denkt? Möglicherweise überschneidet sich der Bau sogar mit der Fertigstellung der Holzachterbahn, die „Wodan Timbur Coaster“ getauft wird und nach derzeitigem Stand zur Saisoneröffnung am 29. März in Betrieb gehen wird. Doch schon am 7. April wird es Konkurrenz um die Europäische Neuheit des Jahres geben, wenn im Parc Asterix vor den Toren von Paris der neue Inverter OzIris von B&M in den Ring steigt. Es handelt sich nicht um ein C&P (Copy&Paste) Layout, sondern um eine vielversprechende, custom-designte Streckenführung. Da die ersten Testfahrten bereits im vergangenen Oktober stattgefunden haben, dürfte auch die Einbindung in den neuen Themenbereich „Pharao“ kein Problem darstellen. Details zur Gestaltung wurden zwar noch nicht verraten, doch wurde eine parktypisch augenzwinkernde Thematisierung versprochen. Mit Humor müsste man auch die unglaubliche Geschichte hinnehmen, die in den letzten Monaten dem Fort Fun widerfahren ist, wenn sie denn nicht so tragisch wäre. Am 2. Januar 2012 wurde vermeldet, dass die One World Holding GmbH & Co. KG den Park bereits am 23. Dezember von der Compagnie des Alpes übernommen hat. Hochtrabende Pläne wurden präsentiert, große Attraktionen sollten das Fort Fun in einen internationalen Freizeitpark verwandeln. Doch keine vier Wochen später sollten sich die kritischen Stimmen bestätigt sehen, denn Matthäus Ziegler, der Prokurist der One World Holding, wurde wegen des Verdachts auf Betrug festgenommen. Der Vorwurf: Er soll die Banksicherheit für den Kauf gefälscht haben. Seitdem mehren sich die Enthüllungen über die illustre und nicht immer gesetzeskonforme Vergangenheit des 28-Jährigen, der nun auch eine ältere Haftstrafe absitzen muss. Immerhin: Die schnelle Aufdeckung der Posse hat wohl größeren Schaden für den Park verhindert, er ist nun wieder an die Compagnie des Alpes zurückgefallen und soll weiter betrieben werden. „Neues Jahr – neues Glück“ heißt im Sauerland also „nochmal Glück gehabt“.
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